In Privathaushalten sind Wärmepumpen und Fernwärme über den gesamten Lebenszyklus hinweg in der Regel deutlich günstiger als Gasbrennwertheizungen. Letztere müssen künftig steigende Anteile sogenannter »grüner Gase« gemäß der geplanten »Bio-Treppe« nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die im Auftrag der MVV Energie AG erstellt wurde.
In der Analyse werden die Gesamtkosten für Heizung und Warmwasser über einen Zeitraum von 20 Jahren in einem Ein- und einem Mehrfamilienhaus verglichen. In allen betrachteten Szenarien liegen die Gesamtkosten für Gasheizungen mit Biogasanteilen durchweg über denen für Wärmepumpen oder Fernwärme. Die Kosten können im beispielhaften Einfamilienhaus je nach Technologie bis zu 49.000 Euro variieren – bei einer Laufzeit von 20 Jahren ab 2026.
»Unsere Studie zeigt: Wer heute in eine neue Heizung investiert, fährt mit Wärmepumpen oder Fernwärme in den allermeisten Fällen wirtschaftlicher als mit gasbasierten Lösungen – insbesondere mit Blick auf steigende Anforderungen und Kosten bei grünen Gasen«, sagt Robert Meyer, Projektleiter am Fraunhofer ISE.
Langfristig erwarten Fachleute steigende Preise für Biomethan und andere grüne Gase. Gründe dafür sind die Abhängigkeit von globalen Märkten und Importen, steigende Infrastrukturkosten sowie politische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig ist absehbar, dass sich die Kostenstruktur der Gasnetze verändert. Sinkende Anschlusszahlen können zu steigenden Netzentgelten führen.
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