Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat mit dem »Pero-Si-SCALE” ein Labor für Tandem-Technologie eröffnet. Zielgruppe sind Solarzellen- und Modulhersteller, die dort neue Zelldesigns in industrienahen Fertigungsprozessen auf Zellformate bis zur Wafergröße von 210 × 210 mm² hochskalieren und in Module integrieren können. Dies geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer ISE hervor. Neben der Entwicklung von Perowskit-Silizium-Solarzellen und -modulen sowie Technologien zu deren Herstellung bietet das Pero-Si-SCALE auch eine umfangreiche Charakterisierungs- und Analysumgebung.
»Die Photovoltaik ist noch lange nicht ‚auserforscht‘«, sagte Stefan Glunz, Bereichsleiter Photovoltaik am Fraunhofer ISE, anlässlich der Eröffnung am 5. Mai in Freiburg. »Im Gegenteil, hier ist noch sehr viel zu holen, und Tandemsolarzellen sind der entscheidende Hebel für noch mehr Effizienz. Das bedeutet: mehr Solarenergie auf kleinerer Fläche und mit geringerem Materialeinsatz.«
Beim Herstellungsverfahren für Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen setzt das Fraunhofer ISE auf die sogenannte »Hybrid-Route«, also die Kombination von Vakuum- und nasschemischen Prozessen. Mit dieser Technologie hat das Institut eigenen Angaben zufolge im Labormaßstab bereits Spitzenwirkungsgrade von über 33 Prozent erzielt. Laut Fraunhofer ISE hat dieses Verfahren den Vorteil, dass weiterhin »normale«, texturierte Silizium-Solarzellen aus der Industrie verwendet werden können. Dadurch sei es möglich, direkt an den heutigen Solarzellen-Standard anzuschließen und einen höheren Energieertrag der Tandemmodule zu erzielen.
»Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen bieten eine Chance für einen (Wieder-)Einstieg in eine europäische industrielle PV-Fertigung«, ergänzte Andreas Bett, der Leiter des Fraunhofer ISE.
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