Die von der Bundesregierung ins Auge gefasste Abschaffung der EEG-Vergütung und Einführung der verpflichtenden Direktvermarktung für kleine Dachanlagen könnte zu einem deutlichen Rückgang der Investitionen in dieses Segment führen, solange die Prozesse in der Direktvermarktung nicht deutlich vereinfacht werden. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie »Dezentrale PV als Säule der Energiewende – Analyse und Perspektiven für kleine Dachsolaranlagen« des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die von den EWS Elektrizitätswerken Schönau eG in Auftrag gegeben wurde.
»Unsere Berechnungen ergeben, dass für eine Direktvermarktung des Stroms kleiner PV-Dachanlagen bis 30 kWp zurzeit noch eine um etwa 15 Prozent höhere Eigenverbrauchsquote nötig wäre, um den gleichen wirtschaftlichen Ertrag wie unter EEG-Vergütung zu erzielen«, sagt Verena Fluri, Projektleiterin und Mitautorin der Studie beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. »Mit der Folge, dass die Anlagen vermutlich kleiner dimensioniert und Dachflächen nicht vollständig genutzt würden.«
Die Direktvermarktung von Strom aus kleinen PV-Anlagen stelle derzeit aber noch einen hohen Mehraufwand gegenüber der Einspeisevergütung für die Betreiber dar, da viele Prozesse noch nicht standardisiert und vereinfacht sind. Erforderlich wäre unter anderem eine Beschleunigung des Smart Meter Rollouts und eine flächendeckende Umsetzung eines standardisierten, elektronischen Datenaustauschs in der Energiewirtschaft.
Kleine Dachanlagen tragen derzeit noch wesentlich dazu bei, dass die EEG-Ausbauziele erreicht werden. »Die neu installierte Leistung solcher Anlagen lag im Jahr 2023 bei acht Gigawatt peak, im vergangenen Jahr 2025 immerhin noch bei circa fünf GWp.« betont Peter Ugolini-Schmidt, Energiepolitischer Sprecher der EWS.
Die EWS stellt die Ergebnisse der Studie am 9. März in einem Onlineseminar vor. Geplant ist zudem eine Diskussion mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
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