Ein schnellerer Ausbau von Batteriespeichern und eine größere Flexibilität im Stromsystem könnten Verbraucher und den Bundeshaushalt deutlich entlasten. Dies geht aus einer Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE hervor, die im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE), des Bundesverbands Solarwirtschaft und des Bundesverbands WindEnergie erstellt wurde. In der Kurzstudie wird rückblickend für den Zeitraum Januar 2025 bis Mai 2026 untersucht, welche Wirkung zusätzliche Flexibilität im Stromsystem gehabt hätte. Dazu wurden zusätzliche Stromspeicher in Deutschland mit unterschiedlichen Kombinationen aus Leistung und Speicherdauer modelliert.
Demnach hätte eine zusätzliche Flexibilität in Höhe von 20 Gigawatt Speicherleistung und vier Stunden Speicherkapazität – also rund 80 GWh – während des oben genannten Zeitraums eine Einsparung von 5,6 Milliarden Euro ermöglicht. Auf ein Jahr hochgerechnet wären dies Einsparungen in Höhe von 3,9 Milliarden Euro gewesen. Der Bundeshaushalt wäre dadurch um 2,1 Milliarden Euro (bzw. 1,5 Milliarden Euro jährlich) entlastet worden. Laut Analyse der Fraunhofer-Wissenschaftler würden negative Börsenstrompreise um fast 70 Prozent sinken. Marktliche Abregelungsmengen könnten um 3,3 Terawattstunden bzw. rund 55 Prozent reduziert werden. Zugleich würden die Finanzierungsrisiken durch § 51 EEG, also die Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativen Strompreisen, deutlich verringert: bei Photovoltaik um rund 75 Prozent, bei Windenergie an Land um fast 55 Prozent und bei Offshore-Windenergie um fast 60 Prozent.
»Die Analyse zeigt: Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt«, erklärt Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des BEE. »Die Politik muss Speicher und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen.«
Der BEE fordert deshalb, regulatorische Hemmnisse beim Speicherausbau rasch abzubauen. Dazu gehören beschleunigte und standardisierte Netzanschlussverfahren, die Ermöglichung des Multi-Use-Betriebs von Batteriespeichern, der stärkere Einsatz von Speichern bei Redispatch-Maßnahmen und Netzengpässen sowie vereinfachte Anschlussregeln für Speicher an bestehenden Netzanschlüssen.
»Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen seitens der EE-Branche zeigen: Der Markt steht bereit«, so Heinen-Esser. »Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass aus Anfragen auch Projekte werden.«
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