Im vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt »Design-PV« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) zusammen mit Partnern Dekorfolien für Fassadenelemente, die mittels Rolle-zu-Rolle-Nano-Imprint-Lithografie (NIL) veredelt werden. Zum Halbzeitstand des Ende 2023 gestarteten Projekts präsentiert das Fraunhofer FEP nun mehrere Module mit Dekoren der Surteco GmbH. Diese wurden durch das Institut für Solarenergieforschung Hameln auf PV-aktive und nichtaktive Fassadenelemente aufgebracht. Die Module sind dabei optisch kaum von herkömmlichen Fassadenelementen zu unterscheiden: Das Foto zeigt rechts ein inaktives Blechfassadenelement und links ein PV-Modul, das im Rahmen des Projekts entwickelt wurde. Abhängig vom Dekor erreichen die Module eine Leistung von bis zu 80 Prozent der nicht abgedeckten Vergleichsmodule, wie das Fraunhofer FEP mitteilt. Oder anders herum: Die Dekofolie mindert die Leistung um mindestens 20 Prozent.
Eine besondere Herausforderung im Projekt stellt laut Fraunhofer FEP die Haftfestigkeit der Dekorfolien auf dem Frontglas der PV-Module sowie auf der Metallschicht der Fassadenelemente dar. Zudem muss der Dekorlack zuverlässig auf dem Foliensubstrat ETFE (Ethylen-Tetrafluorethylen) haften. ETFE ist zwar aufgrund seiner hervorragenden Witterungsstabilität bereits in der Architektur etabliert, weist jedoch eine geringe Oberflächenhaftung auf. Deshalb wurde am Fraunhofer FEP ein Verfahren entwickelt, das die Grenzschicht der ETFE-Folie im Nanometermaßstab aufraut und so die Haftung verbessert.
Die nächsten Schritte im Projekt umfassen die Erprobung weiterer Dekore und Farben sowie umfassende Tests zur Langzeitstabilität und Witterungsfestigkeit der entwickelten Lösungen. Das Projekt läuft noch bis zum 31. Oktober 2026.
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