Die Erlöse von Batteriespeichersystemen (BESS) werden häufig auf Basis historischer Daten (Backtests) ermittelt. Deshalb seien sie oft zu optimistisch, teilt die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) mit. Zwar bilden historische Backtests reale Marktbedingungen ab, sie erfassen jedoch vor allem kurzfristige Volatilität und außergewöhnliche Ereignisse. Dadurch entstünden Erlöserwartungen, die systematisch über dem langfristig realisierbaren Niveau lägen.
Das gemeinsame Whitepaper zur Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeichern der FfE und des Start-ups Re-Twin Energy zeigt, dass diese Abweichung strukturell bedingt ist. »Backtests bilden opportunistische Erlöse ab, während langfristige Strompreisprognosen das nachhaltige Ertragspotenzial von Batteriespeichern beschreiben. Grundlage sind Energiesystemmodelle, die die Entwicklung des Strommarkts über einen längeren Zeitraum abbilden. Im Ergebnis unterscheiden sich beide Perspektiven deutlich: Während Backtests Erlöse von rund 200.000 bis 280.000 Euro pro Megawatt und Jahr zeigen können, liegen die langfristig erwartbaren strukturellen Erlöse typischerweise bei etwa 120.000 bis 180.000 Euro pro Megawatt und Jahr«, so die FfE.
Das Whitepaper »The Structural Value of BESS« verbindet die Optimierungsmodelle für Batteriespeicher von Re-Twin Energy mit den langfristigen Strompreisprognosen der FfE. Das Ziel bestehe darin, das Ertragspotenzial von Batterie-Energiespeichersystemen nicht nur unter aktuellen Marktbedingungen zu betrachten, sondern es im Kontext der langfristigen Entwicklung des Energiesystems realistisch einzuordnen.
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