Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat im Auftrag der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG eine Kurzanalyse erstellt, in der der Energiewende-Monitoring-Bericht mit den von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche im Anschluss veröffentlichten geplanten Maßnahmen verglichen wird.
Während der Bericht die Bedeutung der Klimaneutralität betont, stellt das Ministerium vor allem auf Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit ab, so die Analyse. Dadurch entstehe der Eindruck, dass die verschiedenen Zieldimensionen im Widerspruch zueinander stünden. Es fehle der klare Zusammenhang und die damit verbundenen Schlussfolgerungen, dass nur ein schnellstmöglich klimaneutrales Energiesystem wirklich dauerhaft versorgungssicher und bezahlbar sei. Die Einschätzung des BMWE, dass der Strombedarf weniger stark steigen werde, zeige vor allem eins: »Es fehlt an energie- und industriepolitischem Gestaltungswillen.«
Der nun geplante massive Ausbau von Gaskraftwerken setze falsche Signale, so Alexander Sladek (Foto), Vorstandsmitglied der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG. »Wir brauchen mehr Anreize für Flexibilität wie Speicher und Nachfragesteuerung, statt aus einer fossilen Abhängigkeit von russischem Erdgas uns gleich in eine neue zu begeben. Marktorientierte Instrumente zur Versorgungssicherheit wären für Stromkundinnen und Stromkunden deutlich günstiger als der massive Ausbau von Gaskraftwerken mit staatlich geplanten Ausschreibungen, der durch neue Umlagen finanziert werden soll.«
Es sei eine fadenscheinige Annahme, man benötige künftig weniger Strom, so der EWS-Vorstand: »Der Ausbau der Erneuerbaren braucht keine Bremse, sondern in den nächsten Jahren mehr Dynamik, um auch Industrie, Verkehr und den Wärmesektor klimaneutral zu gestalten. Die Kurzanalyse des FÖS macht deutlich, dass das Wirtschaftsministerium mit dem 10-Punkte-Plan einen falschen Weg einschlägt. Energie, Wärme, Verkehr und Industrie sind ein großes Orchester. Nur die Berücksichtigung aller Sektoren gleichermaßen führt zu einer Energiewende, die ambitionierten Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander vereint.«
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