Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) zeigt sich zutiefst enttäuscht über die Entwicklung bei der GMB Glasmanufaktur Brandenburg GmbH in Tschernitz. Nachdem der ursprünglich vorgesehene Investor seine Zusage zurückgezogen hatte, steht der Standort nun vor der endgültigen Schließung, teilt die Gewerkschaft mit. Mit dieser Entscheidung verliere die EU den letzten Solarglas-Hersteller, so die IGBCE. Damit werde Deutschland und die EU in einem zentralen Bereich der grünen Transformation vollständig abhängig von hoch subventionierten Importen aus Asien. »Das ist keine Energiewende – das ist eine industriepolitische Kapitulation in den Augen der IGBCE in der Lausitz«, heißt es in einer Mitteilung der IGBCE.
Die Glasmanufaktur Brandenburg hatte am 7. Juli bekannt gegeben, dass sie einen Insolvenzantrag gestellt hat. GMB gehört seit Oktober 2022 zur Borosil Renewables Limited, die 86 Prozent der Anteile an der Interfloat-Gruppe hält. Die restlichen Anteile werden von der Blue Minds Company gehalten.
Die Beschäftigten sollen nach Informationen der Gewerkschaft bereits zum 1. Dezember freigestellt werden. Die Kündigungsfristen laufen bis maximal März – dann droht die vollständige Betriebsschließung. »Nach Monaten voller Hoffnungen, Gespräche, Prüfungen und intensiver Verhandlungen ist das ein schwerer Schlag für die Belegschaft. Die Kolleginnen und Kollegen haben bis zuletzt alles getan, um dieses Werk zu retten«, sagt Anis Ben-Rhouma, stellvertretender Bezirksleiter der IGBCE Lausitz. »Dass der Investor jetzt aussteigt, lässt die Menschen im Stich und zerstört das Vertrauen, das viele in den Prozess gesetzt haben.«
Die IGBCE hat für Montag zu einer Protestaktion in Tschernitz aufgerufen.
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