Die EU-Kommission hat heute ihren »Electrification Action Plan« vorgestellt. Mit diesem Plan soll die Elektrifizierung der Bereiche Gebäude, Industrie und Verkehr beschleunigt werden, um die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu reduzieren.
Konkret ist eine Verdopplung des Stromanteils am Endenergieverbrauch von aktuell 23 Prozent auf 46 Prozent bis zum Jahr 2040 geplant. Derzeit importiert die EU mehr als 80 Prozent ihres Gasverbrauchs und mehr als 90 Prozent ihres Ölverbrauchs. Durch die Umsetzung dieses Elektrifizierungsziels sollen die Gasimporte um über 70 Prozent und die Ölimporte um 40 Prozent gesenkt werden, wodurch sich die Importkosten für fossile Brennstoffe bis 2040 um 260 Milliarden Euro pro Jahr reduzieren würden.
Zudem will die EU sicherstellen, dass Strom erschwinglicher und attraktiver als fossile Brennstoffe wird. So soll der Strompreis für Haushalte bis 2030 maximal das 2,5-Fache des Gaspreises und für die Industrie maximal das Doppelte betragen. Hierzu sollen die wichtigsten Bestandteile der Stromrechnungen reformiert werden, darunter Netzentgelte, Abgaben und Steuern.
»Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen hat immer wieder gezeigt, wie anfällig wir für geopolitische Schocks sind, die die Energiepreise in die Höhe getrieben und unsere Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt haben«, so die EU-Kommission. Der Aktionsplan zur Elektrifizierung werde »dazu beitragen, den dringend notwendigen radikalen Wandel hin zu einer effizienten Elektrifizierung der Industrie, des Verkehrs und des Gebäudesektors zu vollziehen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, die Versorgungssicherheit zu stärken und die Energiepreise zu senken«. Klimaschutz spielt als Begründung nur noch eine Nebenrolle.
Die Maßnahmen müssen nun vom EU-Parlament und dem Europäischen Rat beschlossen und anschließend in nationales Recht umgesetzt werden.
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Eckdaten »Electrification Action Plan«
Electrification Action Plan


