Das Berliner Systemhaus Enpal erwartet für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von mehr als 600 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet Enpal mit einem Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro (2025: 1,1 Milliarden Euro). Um weiter zu wachsen, will der Vorstand in den Ausbau seiner technologiegestützten Plattform und in tiefere Kunden- und Partnerbeziehungen investieren. Zu diesem Zweck will Enpal zwei neue Einheiten bilden.
Zum einen sollen die Energy-Tech-Aktivitäten – das KI-Unternehmen Flexa, die IoT- und HEMS-Plattform sowie die Tochterunternehmen Enpal Energy und Metrify – in einer neuen Einheit gebündelt werden. Der Stromtarif und das Virtuelle Kraftwerk (VPP) sollen künftig auch Haushalten angeboten, die keine Enpal-Anlage besitzen. Bis 2030 sollen so 500.000 Haushalte nachgerüstet und von der festen Einspeisevergütung in eine intelligentere Vermarktung ihres Solarstroms („Direktvermarktung“) überführt werden. In einem nächsten Schritt will Enpal diese Lösungen auch für Gewerbekunden, Großspeicherbetreiber und Hardware-Hersteller öffnen.
Der neueste Baustein von Enpals Energy-Tech-Einheit ist die KI-native Betriebssoftware Hyperion, die in Partnerschaft mit Anthropic entwickelt wurde. Sie vereint Abrechnung, Kundenservice und Marktkommunikation in einem System und automatisiert zentrale Prozesse im Energiemarkt. Die Software wird derzeit innerhalb der Enpal-Gruppe eingeführt und soll künftig auch Dritten angeboten werden.
Neben der Energy-Tech-Einheit soll sich die operative Infrastruktur als zweite tragende Wachstumssäule der Enpal-Gruppe etablieren. Aufbauend auf der bereits begonnenen Marktöffnung bündelt Enpal diese Kompetenzen nun in einer eigenständigen Operations-as-a-Service-Organisation. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die dezentrale Energielösungen vertreiben oder in ihr Portfolio aufnehmen möchten, ohne dafür eigene operative Strukturen aufbauen zu wollen. Enpal übernimmt dabei die gesamte Wertschöpfungskette – von der Planung und dem Einkauf über die Logistik und Installation bis hin zur Inbetriebnahme, dem Service, der Wartung und der Nachsorge.
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