Im Oktober hatte das »Manager Magazin« in dem Beitrag »Das System Enpal« über angeblich prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheit bei dem Solarsystemhaus berichtet. Das Landgericht Berlin habe nun verfügt, dass das Magazin die Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen nicht mehr verbreiten dürfe, teilt Enpal mit. Enpal habe in 17 von 18 angebrachten Streitpunkten vor Gericht Recht erhalten.
Das Manager Magazin weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass das Landgericht die Berichterstattung nur vorläufig gestoppt habe, weil es »im Wesentlichen die von uns gesetzte Frist von 76 Stunden für eine Stellungnahme von Enpal als zu kurz bewertete – nicht, weil es die inhaltlichen Vorwürfe für widerlegt hielt oder unsere Recherchen für unbelegt erklärte«. Bei der Entscheidung handele es sich um eine Verfügung im Eilverfahren. Es sei keine abschließende Entscheidung in einem Hauptsacheverfahren darüber, ob und in welcher Form über die Vorwürfe und internen Dokumente berichtet werden darf.
»Wir sind weiterhin überzeugt, dass die betroffenen Informationen für die öffentliche Meinungsbildung wichtig und äußerungsrechtlich zulässig sind. Das Manager Magazin wird deshalb die notwendigen rechtlichen Schritte gehen, um den Informationsanspruch der Öffentlichkeit zu wahren und die recherchierten Inhalte in rechtssicherer Form zugänglich zu machen«, so Lukas Heiny, Mitglied der Chefredaktion des Manager Magazins.
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