Eine Hitzewelle mit lokalen Temperaturen von über 40 °C im Juni und Juli hat die europäischen Stromnetze stark belastet. Die Stromnachfrage, die vor allem durch den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen verursacht wurde, trieb die täglichen Strompreise in die Höhe. Dennoch blieben die Netze stabil, was auf die hohen Mengen an Solarenergie zurückzuführen ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des britischen Thinktanks Ember.
Demnach erhöhte die Hitzewelle den täglichen Strombedarf um bis zu 14 Prozent. In Verbindung mit Ausfällen von Wärmekraftwerken führte dies zu einem zwei- bis dreifachen Anstieg der durchschnittlichen täglichen Strompreise. Im Juni 2025 wurde mit 45 TWh die höchste jemals in der EU gemessene Solarstromerzeugung verzeichnet. Dadurch war das Netz trotz der Ausfälle von Wärmekraftwerken tagsüber gut versorgt. Am stärksten betroffen war der französische Kernkraftwerkspark: Laut Ember mussten alle bis auf eine der 18 Anlagen eine gewisse Kapazitätsreduzierung hinnehmen. In den Spitzenzeiten der Hitzewelle lieferte die Solarenergie allein in Deutschland bis zu 50 Gigawatt (GW) Strom und erzeugte damit 33 bis 39 Prozent des deutschen Stroms. Deutschland verfügt über 14 GW Batteriespeicher und 10 GW Pumpspeicher, die dazu beitrugen, einen Teil der Solarenergie für die Zeit nach Sonnenuntergang zu speichern.
»Hitzewellen werden nicht verschwinden, sondern in Zukunft noch heftiger werden. Lösungen, die dazu beitragen können, ihre Auswirkungen zu mildern – wie Batteriespeicher, Vernetzung, Nachfragesteuerung und dynamische Tarife – sollten deshalb zu einem wichtigen Bestandteil der Netzplanung und der Gestaltung des Strommarktes werden. Glücklicherweise mangelt es während Hitzewellen nicht an Sonnenschein. Die größte Chance besteht darin, Solarstrom zu speichern, um Klimaanlagen bis weit in den Abend hinein mit Strom zu versorgen«, so Pawel Czyzak, Programmdirektor Europa von Ember.
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