Laut einer neuen Analyse des Thinktanks Ember gefährden Netzengpässe mehr als 120 GW an geplanten Erneuerbare-Energien-Kraftwerken in 20 EU-Ländern. In den 17 Ländern, die Daten zur Übertragungsnetzkapazität gemeldet haben, sind mehr als zwei Drittel der bis 2030 geplanten Wind- und Solarkraftwerke gefährdet. Unzureichende Netzkapazitäten könnten zudem die Installation von 16 GW Dachsolaranlagen verzögern.
Laut Ember verfügt jeder zweite Netzbetreiber über unzureichende Netzkapazitäten, um die geplanten neuen Wind- und Solaranlagen anzuschließen. Die größten Engpässe bestehen demnach in Österreich, Bulgarien, Lettland, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien und der Slowakei. Die Herausforderung dürfte jedoch noch größer sein, da viele Länder, darunter Deutschland und Italien, keine Daten zur Netzkapazität veröffentlichen. Von den Ländern, die diese Daten veröffentlichen, verfügen drei – Österreich, Bulgarien und Rumänien – nach Angaben von Ember über keinerlei Kapazitäten für neue industrielle Lasten. Tschechien verfügt hingegen über reichlich freie Kapazitäten und auch Belgien und Lettland sind in der Lage, einen erheblichen neuen Bedarf aufzunehmen.
»Angesichts der steigenden Stromkosten sind die europäischen Netze ein entscheidender Faktor im Wettlauf um den Ausbau erneuerbarer Energien, um importierte fossile Brennstoffe zu ersetzen und Haushalte vor Preisschwankungen zu schützen«, sagte Elisabeth Cremona, Energieanalystin bei Ember. »Netzengpässe sind nicht mehr nur ein technisches Problem. Sie sind ein Sicherheitsrisiko.«
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