EEG-Reform: Verbände fordern Risikopuffer bei Differenzverträgen

Verbändeappell
© BSW-Solar

Neun Verbände aus Energiewirtschaft und Handwerk fordern, die geplanten zweiseitigen Differenzverträge (Contracts for Difference, CfD) im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einem angemessenen Marktwertkorridor zu versehen.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf sollen Betreiber einen Teil ihrer Erlöse zurückzahlen, wenn der durchschnittliche Marktwert ihres erneuerbaren Stroms über dem Zuschlagswert der Anlage liegt. Der Refinanzierungsbeitrag wird dabei pauschal anhand der Jahresmarktwerte für Wind- und Solarenergie bestimmt. »Da diese Durchschnittswerte die tatsächlich erzielten Erträge einer einzelnen Anlage nicht abbilden, drohen Betreibern bei Abweichungen Rückzahlungsverpflichtungen für Erlöse, die real gar nicht erwirtschaftet wurden«, befürchten die Verbände.
Zusätzlich verblieben marktbedingte Kostensteigerungen bei der Vermarktung, Bilanzierung und Ausgleichsenergie vollständig beim Anlagenbetreiber, während Mehrerlöse abgeschöpft würden. Dieses ungleiche Risiko werde von Banken und Investoren durch höhere Risikoaufschläge eingepreist, was Finanzierungen verteuere und letztlich die EEG-Kosten durch höhere Ausschreibungsgebote ansteigen lasse.

Ein europarechtlich explizit zulässiger Marktwertkorridor erhalte dagegen wichtige Marktpreissignale und schaffe den notwendigen Risikopuffer. »Ein Marktwertkorridor ist nicht nur ein Instrument zur Begrenzung von Erlösrisiken, sondern ein zentraler Baustein für mehr Wettbewerb, Vermarktungsfreiheit und die echte Marktintegration der erneuerbaren Energien«, betonen die unterzeichnenden Organisationen.

Die Allianz appelliert deshalb an die Politik, bei der Ausgestaltung der Differenzverträge im EEG einen Korridor zu verankern, der die tatsächlichen, vom Marktwert abhängigen Kosten von Anlagen berücksichtigt und die Entwicklung der Vermarktungs-, Bilanzierungs- und Ausgleichsenergiekosten einbezieht. Zudem sollte er ausreichend Spielraum für wettbewerbliche Vermarktungsmodelle und PPAs lassen.

Der gemeinsame Verbändeappell wird getragen vom Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e. V. (BDW), dem Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE), dem Bundesverband Neue Energiewirtschaft e. V. (BNE), dem Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW), dem Bundesverband WindEnergie e. V. (BWE), dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (DGRV), EFET Deutschland, dem Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting e. V. (vedec) sowie dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

© PHOTON

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