Der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützt grundsätzlich das Ziel, den Ausbau der erneuerbaren Energien kosteneffizienter zu gestalten und die Förderkosten zu begrenzen. Der Übergang zu einem neuen System muss jedoch so gestaltet werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Planungssicherheit behalten und die Beteiligung an der Energiewende attraktiv bleibt.
»Die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Neuanlagen ist ein falsches Signal und sorgt für Verunsicherung«, sagt Ramona Pop Vorständin, Verbraucherzentrale Bundesverband. »Solarenergie ist bei Verbraucherinnen und Verbrauchern beliebt. Sie wollen an der Energiewende teilhaben. Dafür brauchen die Privathaushalte verlässliche Rahmenbedingungen. Die Anschaffung einer solchen Anlage muss sich lohnen und darf nicht mit unkalkulierbaren Risiken verbunden sein.«
Popp ergänzt: »Private Haushalte sollen künftig ihren Strom direkt vermarkten, obwohl bislang nicht sichergestellt ist, dass die Direktvermarktung flächendeckend angeboten werden kann. Es darf nicht sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ein System nutzen sollen, dessen zentrale Prozesse bei Netzbetreibern und anderen Marktakteuren noch nicht zuverlässig funktionieren.«
Solange die Voraussetzungen für eine funktionierende Direktvermarktung nicht geschaffen seien, brauche es weiterhin eine verlässliche Vergütung für eingespeisten Strom: »Die Risiken des Wechsels von Einspeisevergütung auf Direktvermarktung dürfen nicht auf private Haushalte gewälzt werden.«
Der VZBV fordert deshalb, eine funktionierende Direktvermarktung sicherzustellen und einen Sanktionsmechanismus für Verteilnetzbetreiber einzuführen, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, die Wirkleistungseinspeisung nicht pauschal auf 50 Prozent zu beschränken und den Pflichtrollout intelligenter Messsysteme nur auf neue PV-Anlagen mit einer installierten Leistung zwischen zwei und sieben Kilowatt auszuweiten.
Beim Netzpaket fordert der VZBV einheitliche Verfahren mit klaren Rückmeldefristen für Netzanschlussbegehren, ein bundesweit einheitliches Online-Tool für unverbindliche Netzanschlussauskünfte sowie einen bundesweit gültigen Messkonzept-Katalog für verschiedene PV-Betriebsmodelle. Darüber hinaus fordert der Verband mehr Rechtsklarheit bei der Abrechnung geringfügiger Stromverbräuche, etwa von Wechselrichtern bei Volleinspeiseanlagen. Verbraucher sollen nicht zwischen Netzbetreibern und Energieversorgern hin- und hergeschickt werden, sondern klare Ansprechpartner und verlässliche Verfahren erhalten.
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