Der Landesfachausschuss für Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien des Bayerischen Bauernverbandes bewertet die vom Kabinett beschlossene EEG-Novelle kritisch. Zwar enthalte der Gesetzentwurf einzelne Verbesserungen gegenüber den bisherigen Planungen, insgesamt seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien aber weiterhin nicht ausreichend. Der Landesfachausschuss fordert deshalb im parlamentarischen Verfahren deutliche Nachbesserungen.
Besonders kritisch sieht der Landesfachausschuss den geplanten Redispatch-Vorbehalt. Dadurch werde wirtschaftliche Planungssicherheit untergraben. Statt zusätzlicher Eingriffe braucht es einen intelligenten Netzausbau mit flexiblen Netzeinspeisepunkten sowie eine stärkere Förderung von Speichern und Sektorenkopplung.
Der BBV lehnt einen weiteren Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik auf Kosten landwirtschaftlicher Nutzflächen ab. Das Ziel müsse eine Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit Agri-PV sein. Grundsätzlich muss die Nutzung geeigneter Dachflächen Vorrang haben. Der Landesfachausschuss Bioenergie fordert vor allem höhere Ausschreibungsvolumina für Biomasse, den Erhalt der Biomethanausschreibungen sowie eine Anhebung der Bagatellgrenze für Biogaskleinanlagen auf 500 Kilowatt Bemessungsleistung beziehungsweise 1.000 Kilowatt installierte Leistung.
Der Bayerische Bauernverband wird sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren insbesondere für praxisgerechte Redispatch-Regelungen, bessere Rahmenbedingungen für Biogas und Biomethan sowie den Vorrang von Dach- vor Freiflächen-Photovoltaik einsetzen. »Sollte es uns nicht gelingen, im Bereich Biogas und Biomethan Verbesserungen zu erreichen, wird es diesen Bereich in fünf Jahren nicht mehr geben«, so der Verband.
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