Aus Sicht des Landvolks Niedersachsen muss der Entwurf des EEG 2027 zur ersten Lesung im Deutschen Bundestag am 23. September deutlich nachgebessert werden. Insbesondere bei der Moor-PV reiche der vorgesehene Förderansatz nicht aus. Das Landvolk Niedersachsen versteht sich seit über 75 Jahren als Vertretung der Bäuerinnen und Bauern in Niedersachsen.
»Moor-PV kann mehrere Ziele miteinander verbinden: Klimaschutz durch Wiedervernässung, erneuerbare Stromerzeugung, Biodiversität und Wertschöpfung im ländlichen Raum. Dafür braucht es aber Rahmenbedingungen, unter denen solche Projekte auch wirtschaftlich umsetzbar sind«, sagt Lars Kaper für das Landvolk Niedersachsen.
Der Entwurf sieht für Moor-PV einen Bonus von 0,5 Cent je Kilowattstunde vor. »Das wird den besonderen Anforderungen von Moor-PV nicht gerecht«, kritisiert Kaper. Die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf wiedervernässten Moorflächen sei technisch anspruchsvoller als bei herkömmlichen Freiflächenanlagen. Besondere Gründungs- und Aufständerungskonzepte, aufwendige Genehmigungsverfahren sowie hohe Planungs- und Entwicklungsaufwendungen verteuerten die Projekte erheblich. Kaper weiß, wovon er spricht: Zusammen mit seinem Schwager Andreas Rengstorf hat er nach einer fünfjährigen Bau- und Planungsphase Anfang des Jahres die weltweit größte Photovoltaik-Anlage in einem wiedervernässten Moor in Betrieb genommen. Auf rund 40 Hektar ehemaligem Weideland stehen die aufgeständerten Solarmodule.
Das Landvolk fordert deshalb, den Bonus für Moor- und Agri-PV auf mindestens 2,5 Cent je Kilowattstunde anzuheben. »Wenn die Politik Moor-PV ausdrücklich fördern will, muss sie auch eine auskömmliche Förderung sicherstellen. Andernfalls bleiben innovative Projekte Einzelvorhaben und eine breite Umsetzung wird ausbleiben«, ist sich Kaper sicher. Zudem müsse die CO₂-Minderung durch die Wiedervernässung wirtschaftlich stärker berücksichtigt werden. Nach Auffassung des Landvolks sollten zusätzliche Instrumente wie CO₂-Zertifikate ermöglicht werden, ohne dass die EEG-Förderung dadurch ausgeschlossen wird.
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