Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat letzte Woche die Plattform »Netzstau-Melder“ ins Leben gerufen. Über diese können durch Netzbetreiber verursachte Verzögerungen bei Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien gemeldet werden. Bis heute um 14 Uhr waren bereits 426 Projekte mit finanziellen Einbußen von insgesamt 3.110.000 Euro erfasst.
»Wir wollen sichtbar machen, was längst zu einem der größten Probleme der Energiewende geworden ist: Verteilnetzbetreiber verzögern Netzanschlüsse – teilweise über Monate oder Jahre. Investitionen in Erneuerbare, Speicher und Elektrifizierung stecken dadurch fest«, so Constantin Zerger, Leiter des Bereichs Energie und Klimaschutz bei der DUH.
Teilnehmen können alle, die Probleme mit einem Netzanschluss haben – egal, ob Privatperson, Unternehmen, Bürgerenergiegenossenschaft oder Projektierer. Die DUH möchte wissen: Was hängt fest? Wie lange schon? Bei welchem Netzbetreiber? Und welcher finanzielle Schaden entsteht dadurch?
Die DUH erhofft sich von dem Netzstau-Melder zudem Druck auf die Politik, um das Netzanschlusspaket noch nachzubessern. »Mit ihrem Netzpaket will Katherina Reiche den mehr als 800 Verteilnetzbetreibern noch mehr Spielraum geben, selbst zu entscheiden, welche Projekte sie priorisieren und wann sie diese anschließen. Gleichzeitig fehlen aus unserer Sicht ausreichende Anreize für schnelleren Netzausbau und schnelle Anschlüsse«, so Zerger. »Wir brauchen deshalb nicht mehr Möglichkeiten, Anschlüsse zu verzögern. Wir brauchen verbindliche Regeln, schnelle Verfahren und wirksame Anreize für Netzbetreiber, ihre Netze rechtzeitig auszubauen und Projekte schnell anzuschließen.«
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