Digitale Stromanbieter rügen Netzbetreiber Westnetz wegen Smart-Meter-Problemen

Smart-Meter
© Smart-Meter-Initiative; Daten BNetzA

Die vier Gründungsmitglieder der Smart-Meter-Initiative (SMI), Rabot Energy, Tibber, Octopus Energy und Ostrom, wenden sich mit Problemen bei der Installation von Smart Metern im Netzgebiet der Westnetz GmbH an die Öffentlichkeit. Demnach können bei Rabot Energy die Stromrechnungen von mehr als 1.500 Kunden im Westnetz-Gebiet seit über einem Jahr nicht mit Smart-Meter-Daten abgerechnet werden, obwohl laut Rabot alle erforderlichen Daten vorliegen. Bei 119 Smart-Meter-Geräten fehle zusätzlich die Umstellung auf den aktuellen Smart-Meter-Standard TAF 7, wodurch Stromkunden mit Smart Meter nicht von dynamischen Stromtarifen profitieren können.

Tibber kritisiert Bearbeitungszeiträume von mehr als drei Monaten, in denen das Anliegen meist ungelöst bleibe. Göran Kügler, Sprecher bei Tibber, betont: »In der Säumnis-Auswertung unserer Kund:innen-Daten steht Westnetz auf Platz 1 mit fast 10 Prozent ausbleibender TAF-7-Umstellungen«. Auch bei Ostrom gebe es aktuell 47 offene Fälle, in denen keine Daten geliefert werden oder das Profil noch nicht umgestellt wurde. »Natürlich gibt es mit fast allen Netzbetreibern Herausforderungen beim Thema Smart-Meter-Betrieb, aber die Probleme bei Westnetz sind systematischer Natur«, sagt Konrad Schade, CCO bei Rabot Energy.

Bei Westnetzt hält man die Kritik für überzogen: »Nimmt man alle vier Anbieter zusammen, sehen wir bei rund einem Prozent der von ihnen belieferten Kundinnen und Kunden offene Aufgaben auf unserer Seite«, so ein Unternehmenssprecher. »Dennoch entspricht es selbstverständlich nicht unserem Anspruch, wenn aus diesen offenen Aufgaben heraus Verzögerungen oder zusätzlicher Aufwand für unsere Kundinnen und Kunden oder unsere Marktpartner entstehen. Dafür bitten wir um Entschuldigung.« Um diese und weitere Fälle schneller abschließend bearbeiten zu können, seien zusätzliche personelle Ressourcen eingesetzt, Prozesse angepasst und spezialisierte Teams für komplexe Vorgänge eingerichtet worden. Die Zahl der offenen Vorgänge gehe inzwischen zurück.

Westnetz treibt den Smart-Meter-Rollout eigenen Angaben zufolge mit hoher Geschwindigkeit voran. Demnach lag die Ausstattungsquote im gesetzlichen Pflichtrollout im Frühjahr 2026 bei rund 35 Prozent, unter Einbeziehung optionaler Einbauten bei 49 Prozent. Damit liegt Westnetz über dem bundesweiten Durchschnitt, wie sich auch auf der Website der Smart-Meter-Initiative nachvollziehen lässt. Insgesamt ist rund jeder fünfte Smart Meter in Deutschland im Netzgebiet von Westnetz installiert.

© PHOTON

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