Der Bundesverband Erneuerbare Energien e. V. (BEE) hat am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin vor einem »Aus der Energiewende« gewarnt. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft und BEE-Vizepräsident, sprach vom »größten Angriff auf unsere Branche seit 15 Jahren«.
Die jüngst vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) veröffentlichten Eckpunkte der drei anstehenden Gesetzesvorhaben EEG, Netzpaket und Novelle GEG würden, wenn sie so in Kraft träten, zu einer massiven Wachstumsbremse für erneuerbare Energien und zu einer Kostensteigerung im Energiesystem führen. BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser sagte dazu: »Alle EE-Technologien sind auf unterschiedliche Art und Weise betroffen, aber alle werden gleichermaßen ausgebremst, ob durch Redispatch-Vorbehalt, Förderende oder Direktvermarktungspflicht für kleine EE-Erzeuger«. Angesichts der fossilen Energiekrisen und international breit getragener Rufe nach einem stark beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien sei es »geradezu grotesk«, überhaupt über ein Programm zu ihrer Beschränkung diskutieren zu müssen, heißt es in einem vom BEE veröffentlichten Papier für ein »Maßnahmenpaket kostengünstiges Energiesystem«.
Körnig warb dafür, dass die Vermarktung des Solarstroms aus kleinen Solaranlagen weiterhin in gepoolter Form über die Netzbetreiber erfolgt – zumindest solange die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für eine Direktvermarktung der kleinen Solarstrommengen nicht geschaffen seien. Zudem solle die Differenz zwischen Marktpreis und notwendiger Vergütung weiter gefördert werden, damit sich Solarinvestitionen für Eigenheimbesitzer, Kleingewerbetreibende und Mieterhaushalte noch lohnen würden. Dies würde auch dem Wunsch von fast 80 Prozent der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger entsprechen.
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