BSW-Solar: Entwurf zur EEG-Novelle bringt Bürger-Energiewende zum Erliegen

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Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) bezeichnet den geleakten Entwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als »Frontalangriff auf die Energiewende in Deutschland«. »Sollten diese Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, dürfte die Errichtung neuer Solarstromanlagen auf privaten Gebäuden weitgehend zum Erliegen kommen«, lautet die Einschätzung des Verbands. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag des BSW-Solar unter 1.048 Immobilienbesitzern würden sich nur noch 40 Prozent der Befragten eine Dachanlage anschaffen, wenn die Förderung weitgehend oder ganz gestrichen würde (siehe Grafik). Die Einschnitte treffen auf eine ohnehin in den letzten zwei Jahren stark rückläufige PV-Nachfrage im Heimsegment. Während 2023 noch PV-Dächer mit einer Leistung von rund acht Gigawatt neu installiert wurden, waren es 2025 nur noch rund fünf Gigawatt.

»Die Abschaffung der EEG-Vergütung und der Zwang zur Direktvermarktung würden die Bürger-Energiewende zum Erliegen bringen«, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Die EEG-Einspeisevergütung sei für die Mehrzahl neuer Solaranlagenbetreiber immer noch zwingend notwendig, um eine hinreichende Rentabilität sicherzustellen.

Die vom BMWE geplante Direktvermarktungspflicht für alle Solaranlagen hält Körnig für ähnlich gefährlich wie die geplanten Einschnitte bei der EEG-Förderung. Die dafür notwendigen (Marktkommunikations-)Prozesse würden von den Netzbetreibern noch nicht im Massengeschäft beherrscht. Zudem fehle es weiterhin nahezu flächendeckend am Einbau intelligenter Messsysteme, die für die Direktvermarktung kleiner Solarstromanlagen notwendig sind. Eine zeitnahe Verpflichtung zur Direktvermarktung für kleine Solaranlagen lehnt der Verband deshalb ab.
Der BSW-Solar verweist auf eine kürzlich veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zur Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen und zitiert die Autorin Verena Fluri: »Unsere Studie zeigt, dass die Prozesse in der Direktvermarktung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht reif für eine großskalige Nutzung im PV-Eigenheimsegment sind. Ein Wechsel in die Direktvermarktung würde die Wirtschaftlichkeit von PV-Kleinanlagen deutlich verschlechtern und viele neue Anlagen unwirtschaftlich machen.«

Da die Schaffung dieser Voraussetzungen noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde, käme eine Verpflichtung zur Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen faktisch einem weitgehenden Ausbaustopp gleich.

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