Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat heute ein Positionspapier zur geplanten EEG-Novelle vorgelegt. Kernforderung des BEE ist das Beibehalten der bestehenden Ausbauziele für erneuerbare Energien, ergänzt um einen stärkeren Fokus auf Systemdienlichkeit und Flexibilität. Zugleich spricht sich der BEE für eine effizientere Nutzung der bestehenden Infrastruktur bei gleichzeitiger Fortführung des Netzausbaus aus. Flexible Netzanschlussvereinbarungen, die weiterentwickelte Überbauung von Netzverknüpfungspunkten sowie standardisierte und digitalisierte Netzanschlussverfahren können Netzkosten senken und den Ausbau beschleunigen. »Die Ära der großen Kraftwerke geht zu Ende. Die Zukunft des Stroms ist dezentral und erneuerbar. Daran muss sich endlich auch das Stromnetz orientieren, das in seiner Struktur noch aus dem letzten Jahrhundert stammt und in seinem Anpassungsprozess immer noch nicht dem Wachstum der Erneuerbaren gerecht wird. Es braucht mehr Flexibilitäten auf der Erzeugungs-, Transport- und Verbrauchsseite sowie eine entschlossene Digitalisierung für mehr Transparenz und verbesserte Steuerbarkeit«, sagt BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser (Foto).
Ein weiterer Schwerpunkt liegt für den BEE auf dem Erhalt und der gezielten Flexibilisierung steuerbarer erneuerbarer Energien wie Biomasse, Wasserkraft und Geothermie. Diese sektorenübergreifenden Technologien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit und müssen im EEG 2027 entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden.
Zur Erhaltung von Dezentralität und Akteursvielfalt betont der BEE die Notwendigkeit von einheitlichen und praxistauglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen. So können Bürgerenergie, Energy Sharing, Direktbelieferungsmodelle und vereinfachte Beteiligungsformate regionale Wertschöpfung, Akzeptanz und Resilienz stärken.
Um auch weiterhin Investitionen abzusichern, plädiert der BEE bei der Weiterentwicklung der EEG-Vergütung hin zu zweiseitigen Contracts for Difference (CfDs) für eine Ausgestaltung, die praxistauglich, risikoarm und auf realen Erlösen basierend erfolgt. »Erneuerbare Energien haben 2024 und 2025 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland abgedeckt. Wir sind bereit, deutlich mehr Verantwortung bei der Energieversorgung zu übernehmen. Deshalb gilt es, mit dem EEG 2027 die richtigen Rahmenbedingungen für die nächste Phase der Energiewende zu setzen, damit die Erneuerbaren ihr volles Potenzial entfalten können«, so Heinen-Esser abschließend.
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