Die Fraktion der Grünen im bayerischen Landtag fordert einen schnelleren Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken in Bayern. In einer von ihr beantragten Aktuellen Stunde im Landtag zum Thema »Unabhängig. Bezahlbar. Bayerisch. Freiheitsrevolution aus Steckdose und Speicher« präsentierte die Fraktion gestern ein Maßnahmenpaket zur Beschleunigung des Umbaus.
So soll Bayern bis zu drei Stunden kostenlosen Mittags-Solarstrom in Zeiten besonders hoher Solarstromproduktion ermöglichen. Es sei besser, überschüssigen Strom aus Photovoltaikanlagen sinnvoll zu nutzen als teuer abzuregeln, sagte Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Vorstands der Grünen. Um das umsetzen zu können, müsse Bayern seinen großen Nachholbedarf beim Einbau smarter digitaler Stromzähler abarbeiten. Zudem solle sich Bayern um den Bau des deutschlandweit ersten Wasserstoffkraftwerks bewerben, das mit aus überschüssigem Solar- und Windstrom erzeugtem Wasserstoff betrieben werden könne.
Ergänzend forderte Schulze den weiteren Ausbau von Stromspeichern und -netzen. Weitere Vorschläge waren eine Photovoltaikinitiative für Dächer in Städten, der Bau von Solartankstellen entlang der Autobahnen und die Nutzung von Biogas in Reservekraftwerken. Schulze forderte die Staatsregierung auf, sich für eine konsequente Umsetzung der Energiewende auch gegenüber dem Bund stark zu machen und damit bayerische Interessen zu vertreten. Mit den Plänen von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) zu Förderkürzungen, der Benachteiligung der Windkraft im Süden Deutschlands und der verstärkten Nutzung von Erdgas werde »die Axt an die Energiewende in Bayern gelegt«, sagte Schulze.
Laut einer Zusammenfassung des Bayerischen Landtags fielen die Reaktionen gemischt aus. Steffen Vogel von der CSU erklärte, im Ziel, die Energiewende voranzutreiben, sei man sich einig. »Dazu brauchen wir aber keine Nachhilfe der Grünen.« Sein Fraktionskollege Martin Wagle hob hervor, dass es eine sichere und verlässliche Energieversorgung brauche. Gerade Unternehmen seien auf preiswerten, rund um die Uhr verfügbaren Strom angewiesen. Diese Grundlastabsicherung sei mit erneuerbaren Energien allein nicht zu schaffen. Nötig sei deshalb ein »pragmatischer und technologieoffener Ansatz«, sagte Wagle. Die Idee eines kostenlosen »Mittagsstroms« hielt er für unredlich. Dieser müsse letztlich von irgendjemandem gezahlt werden, denn es fielen auch dafür Transport- und Verteilkosten an.
© PHOTON
Pressemitteilung Bayerischer Landtag
Pressemitteilung Grüne Fraktion Landtag Bayern


