Der Lehrstuhl »Production Engineering of E-Mobility Components« (PEM) der RWTH Aachen hat die dritte Ausgabe des »Battery Atlas« veröffentlicht. Die Publikation mit dem Untertitel Mapping the European Lithium-Ion Battery Industry bietet eine Übersicht der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette – von der Zellproduktion über Module und Packs bis hin zum Maschinenbau, der Qualitätssicherung, den Materialien, dem Recycling und der Entwicklung künftiger Batteriegenerationen. Mithilfe von zehn thematischen Karten visualisiert der Atlas die geografische Verteilung, industrielle Spezialisierung und Vernetzung zentraler Akteure und ermöglicht den Vergleich von Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg.
Der Atlas dokumentiert die Konsolidierungsphase der Branche: Während im Jahr 2023 noch mehr als 2.000 Gigawattstunden an angekündigten Produktionskapazitäten für Batteriezellen geplant waren, liegt die realistisch prognostizierte Kapazität zu Beginn des Jahres 2026 bei rund 1.000 Gigawattstunden, wobei weitere, noch nicht bestätigte Projekte hinzukommen. Zahlreiche Vorhaben wurden verschoben, skaliert oder strategisch neu ausgerichtet. Der Atlas bietet somit eine realistische Momentaufnahme eines Marktes, der sich nach einer Phase hoher Erwartungen neu ordnet und stärker an wirtschaftlicher Umsetzbarkeit ausrichtet.
Zum ersten Mal kartiert der Atlas zudem europäische Aktivitäten zu Entwicklungen der nächsten Batteriegenerationen, darunter Festkörper-, Lithium-Schwefel- und Natrium-Ionen-Technologien. Laut dem Autorenteam eröffnen diese Technologien Potenziale für eine höhere Energiedichte, mehr Sicherheit, mehr Nachhaltigkeit sowie Rohstoffunabhängigkeit und bieten Europa die Chance, eine technologische Führungsposition aufzubauen.
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