Forscher der australischen University of Newcastle haben ein Verfahren zur Rückgewinnung von Silber aus ausgedienten Solarmodulen entwickelt, das auch für größere Abfallmengen geeignet ist. Dabei wurde laut der Universität eine Silberrückgewinnungsrate von nahezu 100 Prozent erreicht.
Die Forscher gewannen demnach Silber aus fast einer halben Tonne ausgedienter Solarmodule zurück. Damit knüpften sie an frühere Forschungsergebnisse des Teams an. Diese hatten gezeigt, dass sich mithilfe der Schaumflotation – einer in der Bergbauindustrie weit verbreiteten Technik zur Mineralverarbeitung – Silber aus Solarabfällen ohne den Einsatz von Säure zurückgewinnen lässt.
»Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, ob Silber aus Solarmodulen zurückgewonnen werden kann, sondern ob dies in einem Umfang und zu Kosten möglich ist, die das Recycling wirtschaftlich rentabel machen«, erklärt Associate Professor Mahshid Firouzi, stellvertretende Direktorin des Centre for Critical Minerals and Urban Mining (CRITIUM) an der Universität Newcastle.
»Unsere früheren Forschungsarbeiten im kleinen Maßstab haben gezeigt, dass sich Silber durch Flotation aus Solarmodulen zurückgewinnen lässt«, sagt Firouzi. »Diese neuesten Arbeiten belegen, dass der Prozess kontinuierlich in viel größerem Maßstab mit einer Silberausbeute von nahezu 100 Prozent betrieben werden kann, was uns der kommerziellen Umsetzung einen Schritt näher bringt.«
Die Kosten für das Recycling von Solarmodulen werden nach Angaben der Universität derzeit auf etwa 10 bis 15 US-Dollar pro Modul geschätzt, während die Entsorgung eines Moduls auf einer Deponie nur wenige Dollar kostet. Laut Firouzi könnte die Rückgewinnung von Silber dazu beitragen, dieses Verhältnis zu verändern. »Derzeit kostet das Recycling oft mehr als die Deponierung. Wenn Recyclingunternehmen das in Solarmodulen enthaltene Silber jedoch effizient zurückgewinnen und verkaufen können, ändert das die Wirtschaftlichkeit grundlegend.«
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