Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) möchte sich künftig stärker um die Direktvermarktung kleiner Photovoltaikanlagen und die sich daraus ergebenden Chancen für Stadtwerke kümmern.
»Wir erleben derzeit den Übergang vom Zeitalter der Einspeisevergütung zum Zeitalter der Flexibilitätsvermarktung«, sagt Sascha Manikowski, Teamleiter Energiedienstleistungen bei der ASEW. »Das schlägt sich aktuell auch im Kabinettsentwurf zur EEG-Novelle nieder.« Die Frage laute nicht mehr, wie möglichst viele PV-Anlagen installiert werden können, sondern wie deren Energie und Flexibilität wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können: »Stadtwerke können dabei eine Schlüsselrolle übernehmen.«
Hierzu ist am 20. August eine gemeinsame Veranstaltung von ASEW, Dena und Fraunhofer ISE geplant. Im Mittelpunkt des Webinars »PV ohne Vergütung: Was kommt jetzt?“ stehen Perspektiven für Anlagen, die künftig außerhalb klassischer Förder- und Vergütungsmodelle betrieben werden. Das Webinar richtet sich an Stadtwerke und ASEW-Mitglieder, die sich einen Überblick über die Entwicklung der Direktvermarktung verschaffen und frühzeitig Handlungsoptionen für kleine PV-Anlagen entwickeln möchten.
Aufbauend darauf plant die ASEW die Erstellung eines Status-quo-Berichts zur Direktvermarktung aus Sicht der Stadtwerke. Gemeinsam mit Direktvermarktern und weiteren Marktakteuren soll untersucht werden, welche Vermarktungsmodelle sich langfristig als wirtschaftlich tragfähig erweisen und welche Rolle Stadtwerke künftig in diesem Umfeld einnehmen können. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Bündelung vieler kleiner Anlagen und der sich daraus ergebenden Flexibilitätspotenziale.
»Für Stadtwerke stellt sich künftig nicht mehr allein die Frage, wie PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wallboxen und Wärmepumpen verkauft oder finanziert werden können«, sagt Manikowski. »Sie müssen verstärkt darüber nachdenken, wie die wachsende Zahl kleiner dezentraler Energiesysteme intelligent gesteuert, gebündelt und wirtschaftlich vermarktet werden können. In den kommenden Monaten werden wir die Themen Direktvermarktung, Energy Sharing, HEMS und Flexibilitätsvermarktung weiter vertiefen und für Stadtwerke praxisnah aufbereiten.«
© PHOTON


