Forscher des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) haben gemessen, wie sich die Bauphase von Agri-PV-Anlagen auf die Bodenstruktur auswirkt. Demnach können schwere Baumaschinen den Boden stellenweise so verdichten, dass Pflanzenwurzeln es später schwerer haben. Solche Verdichtungen lassen sich jedoch durch Bodenschutzmaßnahmen beim Bau weitgehend vermeiden.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten hierzu eine neu gebaute Agri-PV-Anlage auf dem Forschungsgelände des ZALF in Müncheberg, Brandenburg. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Herbst 2024 nahmen sie Bodenproben und erhoben direkt im Feld, wie stark der sandig dominierte Boden verdichtet war.
Das Ergebnis: In den Bereichen, wo gebaut wurde, lag die Bodendichte im Unterboden bei 1,67 bis 1,69 Gramm pro Kubikzentimeter. Einzelne Messpunkte erreichten sogar Werte von 1,86 bis 1,99 Gramm pro Kubikzentimeter. Zum Vergleich: Auf einer unverdichteten Vergleichsfläche lagen die Werte nur bei 1,14 bis 1,34 Gramm pro Kubikzentimeter. Auch der Widerstand, den der Boden dem Durchdringen von Wurzeln entgegensetzt, war deutlich erhöht – mit 3,7 bis 4,1 Megapascal Bodendruck in mittleren Tiefen.
Kathrin Grahmann, Erstautorin der Studie vom ZALF, erklärt: »Diese Werte liegen deutlich über den für diese Bodentypen bekannten Grenzwerte, ab denen das Wurzelwachstum von Pflanzen eingeschränkt wird. Bei sandigen Böden, wie sie in unserer Studie untersucht wurden, ist das besonders problematisch, weil sie sich nur schwer von selbst erholen.«
Die Forscher empfehlen, dass bei zukünftigen Agri-PV-Projekten eine bodenkundliche Baubegleitung zum Standard werden sollte. Qualifiziertes Fachpersonal sollte den Bau überwachen und darauf achten, dass Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen die Forscher das Befahren nur auf festgelegten Spuren, der Einsatz von Bodenschutzplatten und die Vermeidung von Bauarbeiten bei feuchten Bodenverhältnissen. Die Kosten für bodenschonende Baumaßnahmen sind laut ZALF schwer pauschal zu beziffern, liegen aber schätzungsweise im Bereich von mehreren tausend Euro pro Hektar für Bodenschutzplatten und spezialisierte Maschinen. Diese Kosten müssten von den Projektbetreibern getragen werden.
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