Wie eine erste Berechnung von Agora Energiewende auf Basis vorläufiger Daten zeigt, sind Deutschlands Emissionen im ersten Halbjahr 2026 nur geringfügig um bis zu sieben Millionen Tonnen CO₂-Äq beziehungsweise zwei Prozent gesunken. Zwar wirken sich die Erfolge bei der Elektrifizierung im Bereich Heizen und Verkehr positiv auf die Klimabilanz aus, der Großteil des Rückgangs ist jedoch krisen- und preisbedingt. Entwickeln sich die Emissionen weiter wie in den ersten sechs Monaten, wird Deutschland 2026 erstmals sein gesetzliches Klimaziel verfehlen.
»Das erste Halbjahr 2026 steht deutlich im Zeichen der fossilen Energiepreiskrise: Erneut wird die deutsche Wirtschaft schmerzhaft von fossilen Preisschocks getroffen«, sagt Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. »Gleichzeitig setzt sich mit den Verkaufsrekorden bei Wärmepumpen und E-Autos der Elektrifizierungstrend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern fort. Diese Dynamik sollte die Bundesregierung nutzen und verstärken, indem sie ihre Energie- und Industriepolitik konsequent auf erneuerbare Energien und Elektrifizierung ausrichtet. Nur so wird Deutschland unabhängiger von fossilen Energien und die Wirtschaft krisenfester.«
Deutschlands Emissionshöchstgrenze für 2026 ist laut Klimaschutzgesetz auf 625 Millionen Tonnen CO₂-Äq festgelegt. Die erste Agora-Hochrechnung deutet jedoch darauf hin, dass der CO₂-Ausstoß bei gleichbleibendem Minderungstempo lediglich auf 635 Millionen Tonnen CO₂-Äq sinken würde, was insgesamt einen Rückgang von lediglich 13 Millionen Tonnen CO₂-Äq gegenüber dem Jahr 2025 bedeuten würde. Um das Klimaziel 2030 jedoch erreichen zu können, sind jährlich Einsparungen in Höhe von rund 40 Millionen Tonnen CO₂ erforderlich.
Die detaillierte Darstellung der Emissionsentwicklungen nach Sektoren, der treibenden Faktoren sowie ein Schwerpunkt zu den Folgen der fossilen Energiekrise für Deutschland sind auf der Website von Agora Energiewende verfügbar.
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