In einem Interview mit dem Nachrichtenportal n-tv hat Stefan Kapferer, Chef des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, für eine Pause beim Zubau neuer Solaranlagen geworben. Viele Regionen benötigten vorerst keine weitere Solarenergie, so Kapferer. »Wir sollten fünf oder sechs Jahre andere Prioritäten als den massiven Zubau weiterer Solarparks setzen.« Der Stromverbrauch sei in den vergangenen zehn Jahren nicht so stark gestiegen wie erhofft, sondern sogar um etwa 15 Prozent gesunken. »Wir wollen 2045 klimaneutral sein. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die Nachfrage nach grünem Strom dann nicht so hoch sein wird, wie es vor fünf oder zehn Jahren erwartet wurde.«
Zudem forderte er eine regionale Steuerung des Solarzubaus: »In Berlin und Hamburg ist auch jede Solaranlage wunderbar, egal ob privat oder Gewerbe. Der Stromverbrauch ist vorhanden. Brandenburg wäre das Gegenbeispiel. Das Land muss beständig Strom exportieren, weil die erneuerbaren Erzeugungskapazitäten 17 Gigawatt betragen, die Last aber nur drei Gigawatt. Dort wird sicherlich weitere Windkraft benötigt für Zeiten, in denen keine Sonne scheint, aber Solarparks nicht unbedingt.«
Kapferer sprach sich außerdem gegen eine weitere EEG-Vergütung für private Hausdachanlagen aus: »Man kann zumindest diskutieren, ob solche Anlagen noch gefördert werden müssen. Ich finde nicht. Sie amortisieren sich heute innerhalb von 12 oder 13 Jahren, laufen aber mindestens 20 Jahre. Man verdient also auch ohne Förderung Geld.«
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