Beim Ausbau von Batteriespeichern nimmt Deutschland weiter Fahrt auf. Das geht aus einer Analyse des Berliner Systemhauses 1Komma5° hervor. Demnach stieg die Speicherkapazität von Batterien in Deutschland seit Juni 2025 von 21,8 Gigawattstunden (GWh) auf 29,8 GWh. Das entspricht einem Anstieg von rund acht Gigawattstunden bzw. 37 Prozent. Damit hat sich der starke Zubau in den vergangenen Monaten nochmals leicht beschleunigt.
Während sich der monatliche Zubau in den Vorjahren meist in einem Korridor zwischen 350 und 650 Megawattstunden (MWh) bewegte, kam es im März 2026 zu einem extremen Ausschlag. Der Zubau erreichte mit 1.099 MWh einen Allzeit-Rekord. Laut 1Komma5° war dieser Peak unter anderem auf die Inbetriebnahme neuer Großspeicher zurückzuführen. Aber auch die Heimspeicher legten zu. Bereits im März hatte sich die Nachfrage nach Solaranlagen mit Speicher bei 1Komma5° im Vergleich zum Vormonat verdoppelt.
»Wir sehen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern eine klare Reaktion auf die globalen Ereignisse«, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1Komma5°. »Mit Beginn des Iran-Kriegs und den darauffolgenden Preissprüngen bei fossilen Energien ist das Interesse an Unabhängigkeit wieder gestiegen. Wer sich vor den Preisschocks der fossilen Märkte schützen will, setzt auf die Kombination aus Steuerung und Speicher.«
In der Praxis bleiben diese Speicher jedoch oft passive Einheiten, die rein auf den Eigenverbrauch der Haushalte ausgerichtet sind. Es mangele an der notwendigen Infrastruktur, um die Batterien flexibel in den Strommarkt einzubinden. »Wir haben in Deutschland zwar bereits den Anfang gemacht und erste Speicherkapazitäten geschaffen, nutzen sie aber falsch«, sagt Jannik Schall. »Erst wenn Speicher und die Millionen E-Autos über eine intelligente Steuerung automatisiert auf Marktsignale reagieren und überschüssigen Strom bei negativen Preisen einspeichern oder in Hochpreisphasen netzdienlich abgeben, können wir die vorhandene Netzinfrastruktur besser auslasten.«
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