Die Pläne der Bundesnetzagentur (BNetzA) für eine Reform der Erhebung von Netzkosten (Allgemeine Netzentgeldsystematik Strom, AgNes) würde eine Umsetzung des Modells der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung, wie es nach §42b EnWG vorgesehen ist, weitgehend verhindern. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Berliner 1000 GW Instituts. Der Autor Daniel Fürstenwerth stellt darin fest, dass die von der BNetzA geplanten finanziellen Aufschläge, die Teilnahme für jede einzelne Teilnehmerin unattraktiv machen würden.
Konkret schlägt die BNetzA vor, dass ab dem 1. September 2029 jeder Teilnehmer der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung einen vollen Prosumeraufschlag in der gleichen Höhe wie ein Eigentümer eines Einfamilienhauses mit PV-Anlage zahlen muss. Durch die vorgeschlagene Erhebungsweise würde für jeden Teilnehmer an dem Modell eine zusätzliche Gebühr des Netzbetreibers von bis zu 160 Euro pro Jahr anfallen, so Fürstenwerth. Basierend auf einer Solarstromnutzung von 500 bis 1.000 kWh pro Mieter und Jahr entspreche dies einem Aufschlag für Netzentgelte auf den Preis von Solarstrom von 16 bis 32 ct/kWh. Bei Strompreisen aus dem Netz in Höhe von 30 ct/kWh, wovon ca. 10 ct/kWh Netzentgelte sind, könnte die Teilnahme somit wirtschaftlich selbst dann unattraktiv sein, wenn der Solarstrom kostenlos bereitgestellt würde.
Dies würde die weitere Umsetzung von Modellen der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung verhindern, so Fürstenwerth. Die Bewertung des Vorschlags anhand der von der Bundesnetzagentur aufgestellten Zielkriterien zeige, dass das Ziel der »Umsetzbarkeit« in den IT-Systemen der Netzbetreiber zwar erfüllt werde, die Ziele der »Verursachergerechtigkeit«, des »Verbraucherschutzes« und der »Systemdienlichkeit« dagegen verfehlt würden.
Als Lösung schlägt Fürstenwerth vor, im Fall von mehreren Mietern in einem Mehrfamilienhaus eine mehrfache Erhebung des Prosumeraufschlags zu vermeiden. Eine solche Ausnahme könne analog der Vermeidung einer doppelten Zahlung des Aufschlags im Fall von Wärmepumpen oder Ladesäulen im Einfamilienhaus geschaffen werden.
Das 1000 GW Institut ist eine gemeinnützige Einrichtung (aktuell in Gründung), die nach eigener Darstellung den Weg zu einer zukünftigen Energieversorgung basierend auf einem großen Anteil Solarenergie vorausdenkt. Die Arbeit wird auch durch Spenden ermöglicht.
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