Zubau im Mai auf Niveau des Jahres 2012

Für den Monat Mai wurden von der Bundesnetzagentur Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 446,3 Megawatt neu registriert. Dies ist der höchste Monatswert seit Januar 2019 (489 Megawatt); damals bestand allerdings wegen einer bevorstehenden außerordentlichen Vergütungsabsenkung für große Aufdachanlagen eine Ausnahmesituation. Davor erreichten die Zubauzahlen in Deutschland ein vergleichbares Niveau zuletzt mit 435 Megawatt im November 2012 – also in einem Jahr, das mit insgesamt 7,6 Gigawatt neu installierter Leistung endete. Allerdings gab es damals auch noch weitaus höhere Monatswerte mit einem Rekord von 1.223 Megawatt im März 2012.
Der für den vergangenen Mai registrierte Zubau liegt 17,4 Prozent höher als im April (380 Megawatt) und 97,3 Prozent höher als im Mai des Vorjahres (226 Megawatt). Trotz der hohen Zahlen wird aber die nächste Absenkung (Degression) der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) definierten Vergütungssätze für die Monate August bis Oktober voraussichtlich doch bei 1,4 Prozent bleiben und nicht, wie befürchtet, auf 1,8 Prozent steigen. Grund hierfür ist der in letzter Zeit hohe Anteil von Anlagen, deren Vergütung in Ausschreibungen ermittelt wurde.
Zur Berechnung der Degression sind die Zubauzahlen des sechsmonatigen »Bemessungszeitraums« von Januar bis Juni maßgeblich. Für Januar bis Mai sind inzwischen 1,93 Gigawatt registriert, hochgerechnet auf sechs Monate ergäbe dies 2,3 Gigawatt. Dies wiederum würde zu einer Degression von 1,8 Prozent führen. Laut EEG wird für die Degressionsermittlung aber die Gesamtleitung aller im fraglichen Zeitraum ans Netz gegangenen Ausschreibungs-Anlagen herausgerechnet. Dies sind rund 365 Megawatt und damit knapp 19 Prozent des Gesamtzubaus von Januar bis Mai, wobei dieser Anteil im Mai allein mit 28 Prozent ganz besonders hoch war. Deshalb sind für die Degression nur noch knapp 1,57 Gigawatt maßgeblich. Hochgerechnet auf sechs Monate ergibt dies rund 1,85 Gigawatt, die Degression bliebe somit bei 1,4 Prozent. Nur wenn der Zubau im Juni nochmals höher liegt als im Mai, könnte die Schwell zu 1,8 Prozent Degression noch überschritten werden.
Von der für Mai gemeldeten neu installierten Leistung entfallen rund 99 Prozent (442,8 Megawatt) auf Anlagen mit einem Zahlungsanspruch gemäß Paragraf 19 EEG. 321,2 Megawatt (72 Prozent) wurden außerhalb von Ausschreibungen errichtet, davon 34,8 Megawatt als Freiflächenanlagen. 1,81 Megawatt entstanden als Mieterstromanlagen.
Insgesamt beträgt der Zubau in den ersten fünf Monaten des Jahres nun 1,93 Gigawatt; hochgerechnet auf das Gesamtjahr ergäben sich hieraus 4,62 Gigawatt und damit der bei weitem höchste Wert seit 2012. Die Summe der insgesamt in Deutschland installierten Photovoltaikleistung betrug zum Stichtag 31. Mai rund 51,1 Gigawatt.
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