Vz NRW: »Ikea ist nicht Verkäufer der »Solstråle«-Solaranlage, sondern Solarcentury«

Das Möbelhaus Ikea ist nicht Verkäufer der Solaranlage »Solstråle«, für die das Unternehmen im Internet und in den Filialen wirbt. Darauf muss Ikea klarer und deutlicher hinweisen. Die Verbraucherzentrale NRW hatte sowohl die Möbelhauskette als auch deren Kooperationspartner, den Photovoltaikanbieter Solarcentury Microgen (Deutschland) GmbH, abgemahnt und eigenen Angaben zufolge nun die geforderten Unterlassungserklärungen beider Firmen erhalten.
Wie berichtet, bewirbt die Ikea Deutschland GmbH & Co. KG seit Januar bundesweit Photovoltaikanlagen, die online bestellt werden können. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer führten Werbung, der E-Mailverkehr im Bestellvorgang sowie weitere Bestelldokumente für diese Anlagen in die Irre: »Sie lassen an vielen Stellen Ikea als einen Vertragspartner der Käufer erscheinen, obwohl dies tatsächlich ausschließlich Solarcentury ist.« Rechtlich gebotene, ausreichend klare Hinweise auf diese Konstellation würden nicht gegeben.
»Wer glaubt, einen Vertrag mit Ikea zu schließen, hat ein Bild im Kopf: ein finanziell sicher aufgestelltes Großunternehmen mit dichtem Filialnetz und Kundenservice. Das können entscheidende Kaufkriterien sein«, erklärt Holger Schneidewindt, Jurist bei der Verbraucherzentrale NRW. Diese Erwartungen würden bei den Solstråle-Anlagen enttäuscht. Insbesondere sei Ikea nicht der richtige Ansprechpartner für Kunden zum Beispiel bei Gewährleistungs- und Garantiefällen. Die Werbung mit der Beteiligung von Ikea müsse deshalb geändert werden – dazu hätten sich beide Unternehmen verpflichtet.
Überdies enthielten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Vertragspartners Solarcentury viele Klauseln, die die Verbraucherzentrale NRW als unzulässig und damit unwirksam einstuft. Besonders schwer wiege demnach die unklare Preisgestaltung: »Solarcentury behält sich Preisänderungen oder sogar den Rücktritt vom Vertrag unter nicht eindeutig festgelegten Umständen vor.« Auch Grundlage und Verbleib einer 200-Euro-Anzahlung »bleiben völlig unklar«. Dies sowie eine Reihe von Klauseln in den Solarcentury-AGB seien nicht hinnehmbar, so Jurist Schneidewindt. Solarcentury werde auf die monierten Klauseln verzichten und sich bei bestehenden Verträgen nicht mehr darauf berufen.
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