TransnetBW und Tesla erproben Heimspeicher zur Netzstabilisierung

»Powerwall«-Heimspeicher des US-amerikanischen Mobilitäts- und Energieunternehmens Tesla dienen als Basis für das Projekt »PV-Shift« des zum Energiekonzern EnBW gehörenden baden-württembergischen Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW. In einem zunächst auf sechs Monate angelegten Feldversuch agiert Tesla laut einer Mitteilung von TransnetBW als »Aggregator« und Schnittstelle zu einer nicht benannten Zahl von Heimspeicher-Betreibern. TransnetBW erhält hierdurch Zugriff auf die Systeme, um deren verfügbare Reserven zur Netzstabilisierung zu nutzen.
Mit dem Versuch will das Unternehmen »Erfahrungen zur Verfügbarkeit und Prognostizierbarkeit von Flexibilitätspotenzialen sammeln« und diese in einen standardisierten Mechanismus für den »Redispatch 3.0« einfließen lassen. Beim Redispatch werden – zu hohen Preisen – auf Anweisung der Übertragungsnetzbetreiber Erzeugungspotenziale eingesetzt, um Netzengpässe zu vermeiden. Üblicherweise sind dies derzeit noch meist fossile Kraftwerke. TransNetBW hat das ökonomische Potenzial für die Nutzung dezentraler Flexibilitäten zum Redispatch bereits im vergangenen Jahr von der Universität Stuttgart untersuchen lassen und kommt allein für Baden-Württemberg auf Zahlen »im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich«.
Durch den seit 2021 geltenden, so genannten »Redispatch 2.0« ist der Kreis der an dem Mechanismus Teilnehmenden bereits erheblich erweitert worden. So werden etwa Erneuerbare-Energien-Anlagen ab 100 Kilowatt bei Bedarf abgeregelt. Schon heute erfolgt zudem auch die Bereitstellung von Regelenergie durch im Verbund gesteuerte Heimspeicher. Die Nutzung der Speicher für den Redispatch wird ebenfalls bereits erprobt, etwa in einem Projekt des Übertragungsnetzbetreibers TenneT mit dem IT-Konzern IBM und dem Speicher- und Energiedienstleistunganbieter Sonnen.
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