Studie: Photovoltaik essentiell für Wärmepumpen als Gasheizungs-Ersatz

Durch einen forcierten Umstieg von Gasheizungen auf Wärmepumpen ließe sich nicht allein die Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen verringern, sondern es stünde in Abhängigkeit von der Gaspreisentwicklung auch eine gesamtwirtschaftliche Kosteneinsparung zu erwarten. Erforderlich wären hierfür zusätzliche Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Photovoltaik sowie Zubauten an Gas- und Batteriespeicherkraftwerken zur Spitzenlastdeckung. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie »Wärmepumpen statt Erdgasheizungen: Umstieg durch Ausbau der Solarenergie unterstützen«, die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten »Ariadne«-Projekts entstanden ist.
Das Autorenteam hat verschiedene Modelle berechnet, wobei im Szenario »Oberes Ziel« ein Anstieg der in Deutschland installierten Wärmepumpenheizungen von heute rund 1,4 Millionen auf 7,5 Millionen im Jahr 2030 angenommen wurde. Dies würde eine Nutzung von Wärmepumpen nicht nur in modernen, energieeffizienten Ein- und Zweifamilienhäusern, sondern verstärkt auch in weniger energieeffizienten Wohngebäuden, auch Mehrfamilienhäusern, bedingen.
Bei einem Erdgaspreis von 30 Euro je Megawattstunde (MWh) und einem CO2-Preis von 130 Euro je Tonne wären demnach noch »geringfügig höhere gesamtwirtschaftliche Kosten« zu erwarten, ab 60 Euro/MWh wären sie hingegen deutlich niedriger als im Referenzszenario, das von einer nur sehr geringen Zunahme der Wärmepumpenheizungen ausgeht. Weil der Erdgaspreis zuletzt noch deutlich höher war und voraussichtlich auch bleiben wird, sei deshalb die vermehrte Anwendung von Wärmepumpen nicht allein aus Klimaschutzgründen, sondern auch rein finanziell betrachtet geboten. Hierfür wäre den Berechnungen zufolge eine zusätzliche Photovoltaikleistung von 18 Gigawatt erforderlich, wobei allerdings das Referenzszenario ohnehin von einer geringeren Solarstromleistung ausgeht, als sie von der Bundesregierung angestrebt wird.
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