Schweiz führt Auktionen für Anlagen ab 150 Kilowatt ein

Der Schweizer Bundesrat hat am Mittwoch (23. November) Änderungen an der Förderung für Photovoltaikanlagen vorgenommen und hierfür ab dem 1. Januar 2023 geltende Verordnungen verabschiedet. Bestimmte Teile aus dem noch in der parlamentarischen Beratung befindlichen »Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien« (»Mantelerlass«) wurden gemäß einem 2021 gefassten Parlamentsbeschluss vorgezogen; hierzu gehört auch die Einführung von Auktionen für »große« Aufdach-Photovoltaikanlagen – worunter der Gesetzgeber Systeme ab 150 Kilowatt Leistung versteht.
Anlagen dieser Größe ohne Eigenverbrauch erhalten demnach eine Einmalvergütung, deren Höhe in Auktionen ermittelt wird. Hierdurch will der Bundesrat einen Anreiz zur Investition auch für solche Projekte schaffen, deren Stromertrag nicht zum Eigenverbrauch genutzt werden kann. Die Ausschreibungsbedingungen definiert das Bundesamt für Energie, beim Erhalt eines Zuschlags besteht die Verpflichtung zum Bau der Anlage. Für Anlagen auf »Infrastruktureinrichtungen wie Staumauern oder Lärmschutzwänden« soll es wegen der in diesen Fällen höheren Kosten die Möglichkeit für »Spezialauktionen« geben. Für Anlagen in alpinen Lagen ist ein Bonus vorgesehen, weil sie nach Einschätzung des Bundesrats für »Winterstrom« bedeutsam sind – solche Anlagen haben im Winter einen, allerdings nur geringfügigen, Ertragsvorteil.
Der Schweizer Solarbranchenverband Swissolar kritisiert die Grenze von 150 Kilowatt zur verpflichtenden Teilnahme an Ausschreibungen, weil Anlagen dieser Größe »dabei wohl in vielen Fällen gegenüber Großanlagen aufgrund höherer Kosten unterliegen werden«. Swissolar hatte sich für eine Grenze von 500 Kilowatt ausgesprochen.
Die Schweizerische Energiestiftung hat den Beschluss in einer Stellungnahme begrüßt, kritisiert aber ebenfalls die 150-Kilowatt-Grenze beziehungsweise das Fehlen einer Staffelung nach Leistungsklassen.
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