Perowskit-Forschung im Labor geht an der Realität vorbei

Nach einer Analyse des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) werden in Forschungslabors vor allem lösungsmittelbasierte Verfahren zur Herstellung von Perowskit-Solarzellen eingesetzt. Diese seien einfach zu handhaben, kostengünstig und führten unter Laborbedingungen zu sehr guten Wirkungsgraden. Die Industrie setzte dagegen fast ausschließlich auf Vakuumdampfabscheidung, da diese sich seit Jahrzehnten in der Industrie bewährt hat. Ein internationales Konsortium unter Leitung des KIT und des U.S. Department of Energy’s National Renewable Energy Laboratory (NREL, USA) hat diese kritische Diskrepanz zwischen Labor und Industrie analysiert.
Demnach verursacht der vakuumbasierte Produktionsprozess im Vergleich zum lösungsmittelbasierten etwas höhere Investitionskosten und ist derzeit beim Produktionsdurchsatz noch im Hintertreffen. Unter Berücksichtigung realer Parameter wie Stromkosten, Produktionsausbeute, Material-, Stilllegungs- oder Recyclingkosten sei das Vakuumverfahren jedoch bereits konkurrenzfähig. »Die vakuumbasierte Herstellung schneidet also besser ab als ihr Ruf«, heißt es in einer Mitteilung des KIT. Dennoch seien in 98 Prozent aller wissenschaftlichen Studien im Jahr 2022 Perowskit-Solarzellen mit lösungsmittelbasierten Verfahren hergestellt worden.
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