NOTS will in Ruanda 70 Millionen Dollar für die Produktion von Solar Home Systems investieren

Das niederländische Unternehmen NOTS Solar Lamps und die Regierung von Ruanda haben eine Vereinbarung getroffen, um die Stromversorgung von Familien mit Niedrigst-Einkommen im Land zu beschleunigen. NOTS wird über einen Zeitraum von fünf Jahren 70 Millionen Dollar (62 Millionen Euro) in eine Produktionsstätte für Solar Home Systems (SHS) investieren - laut Unternehmen »die erste in Afrika« -, außerdem ein Mikrokreditprogramm sowie Marketinginfrastrukturen und -programme aufbauen. Die Fabrik wird zunächst das System »Mutimax« produzieren und zu einem Preis von 56 Dollar (50 Euro) vermarkten. Nach NOTS-Angaben ist dies die Hälfte der bisherigen Preise für SHS. Im Gegenzug kauft die ruandische Regierung davon 100.000 Stück im Wert von 5,6 Millionen Dollar.
Mit den SHS werde Strom preiswerter und besser verfügbar, sie seien überdies zuverlässiger und sicherer als die bisher genutzten Kerosinlampen, sagt NOTS-Geschäftsführer Bart Hartman. Die Ruandan Energy Group berichtet, dass die Hälfte aller Haushalte - meist Bauernfamilien mit niedrigem Einkommen - keinen Zugang zu Strom haben. NOTS plant, in den nächsten vier Jahren 900.000 SHS in Ruanda herzustellen und zu verkaufen, die etwa 4,2 Millionen Menschen mit Strom versorgen. Ab 2022 werde die Fabrik mindestens eine Million zusätzliche SHS pro Jahr für den Export in das übrige Afrika herstellen.
Familien können einen Mikrokredit nutzen, um die mobilen Solarsysteme zu kaufen und in wöchentlichen Raten abzuzahlen. Der Gesamtpreis einschließlich der Kreditzinsen beträgt 60 Dollar. Wöchentliche Rückzahlungen kosteten weniger als eine typische Familie derzeit für Kerosinbeleuchtung und Handy-Ladekioske ausgeben würde. Das Modell nutzt digitale Bonitätsprüfungen und automatische Zahlungen über Mobiltelefone und mobile Geldkonten - beide sind in Afrika südlich der Sahara stark verbreitet.
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