Meyer Burger reduziert Absatzerwartungen für Solarkraftwerks-Segment

Der Schweizer Zell- und Modulhersteller Meyer Burger AG hat die Prognosen zu Produktionsmengen für das laufende und das kommende Jahr reduziert. Man rechne für 2022 nicht mehr, wie bislang angekündigt, mit 500 Megawatt (MW), sondern nur noch mit 320 bis 370 MW. In der ersten Jahreshälfte erreichte Meyer Burger lediglich 108 MW, für das zweite Halbjahr geht das Unternehmen von 210 bis 260 MW aus.
Bislang ist der Hochlauf einer Modulproduktionslinie mit 400 MW Jahreskapazität »technisch abgeschlossen«, der Hochlauf weiterer Linien für die angestrebte Gesamtkapazität von 1,4 Gigawatt (GW) werde »voraussichtlich« im September beginnen. Für 2023 erwartet das Unternehmen dann eine Produktionsmenge von 1,0 bis 1,2 GW, bislang wurden 1,35 GW genannt.
Zur Begründung für die reduzierten Erwartungen macht Meyer Burger vor allem »Engpässe in den globalen Lieferketten« geltend, die das Eintreffen benötigter Komponenten für die Fertigungslinien verzögert hätten. Hieraus hätten sich auch weitere Probleme beim Ausbau der Fertigung und der laufenden Produktion ergeben.
Gestiegene Materialkosten für seine Produktion konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben bislang an seine Kunden weitergeben. Die erzielten Verkaufspreise seien »deutlich« höher als erwartet gewesen. Dies gilt allerdings offenbar nur für das Segment kleiner und mittlerer Anlagen. Von seinen Plänen, auch im wesentlich preissensibleren Segment großer Solarkraftwerke mitzuhalten, hat Meyer Burger sich vorerst verabschiedet: Hier habe der »Absatzplan« für 2023 einen Anteil von »bis zu 30 Prozent« am Gesamtabsatz vorgesehen. Nunmehr geht man aber davon aus, dass die Verkäufe »fast vollständig in das wachsende und margenstarke Segment der Hausdächer« gehen. Das Unternehmen verfolge aber »weiterhin den strategischen Plan, in das Solarkraftwerks-Segment als wichtiges zusätzliches Standbein einzusteigen«.
Zu möglichen Auswirkungen der jüngsten Entwicklung auf den Zeitplan zum Aufbau einer Jahresproduktionskapazität für Zellen und Module von jeweils fünf Gigawatt bis 2026 und sieben Gigawatt bis 2027 machte das Unternehmen keine Angaben.
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