McKinsey sieht Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet

Das Wirtschaftsberatungsunternehmen McKinsey & Company, Inc. warnt in der jüngsten Ausgabe seines halbjährlich aktualisierten »Energiewende-Index« für Deutschland vor drohenden Versorgungsengpässen insbesondere durch einen zu langsamen Ausbau der Übertragungsnetze und zu wenig »gesicherte« Erzeugungskapazitäten nach dem Atomausstieg und dem geplanten Kohleausstieg.
Auf Basis verschiedener Statistiken werden insgesamt 14 Parameter für den Index erfasst und bewertet. Die Resultate – beispielsweise die fast sicher drohende Verfehlung der CO2-Minderungsziele oder hinter dem von der Bundesregierung als notwendig erachtetem Maß zurückbleibende Netzausbau – sind allgemein bekannt. McKinsey folgert aus dem aktuellen Stand, dass die in den kommenden Jahren vom Netz gehenden Atom- und Kohlekraftwerke durch einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, die Errichtung »flexibler Kraftwerke« oder die Erhaltung vorhandener Kraftwerke als Reserve kompensiert werden müssen. Gleichzeitig müsse auch der Netzausbau forciert werden.
Nur sechs der 14 Index-Indikatoren hätten sich seit 2012 positiv oder stabil entwickelt. Darunter fällt nach Einschätzung von McKinsey der im Plan liegende Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch, die nur leicht rückläufige Zahl von aktuell rund 338.000 Arbeitsplätzen im Erneuerbare-Energien-Sektor sowie die in den letzten sieben Jahren deutlich um rund 130.000 auf 1,72 Millionen gestiegene Zahl der Arbeitsplätze in so genannten stromintensiven Industrien. Auch die Industriestrompreise lägen nur noch um 6,2 Prozent über dem europäischen Durchschnitt; 2012 seien es 14,2 Prozent gewesen.
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