Marktpotenzial für Steckermodule liegt in den USA bei 57 Gigawatt

Laut einer neuen Studie der amerikanischen Michigan Technological University liegt der US-Markt für Steckdosen-Solarmodule (»Plug and Play«) bei rund 57 Gigawatt. Damit ließe sich genug Strom zur Versorgung von Detroit und New York erzeugen. Das monetäre Potenzial für den Vertrieb liege den Angaben zufolge bei 14,3 bis 71,7 Milliarden Dollar (13 bis 67 Milliarden Euro), das Einsparpotenzial bei den Stromkosten für Endkunden bei 13 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro).
Zwischen 2009 und 2014 sind die Modulpreise in den USA um 75 Prozent gesunken. Da Hausbesitzer Plug-and-Play-Module selber installieren, müssten als Kosten für ein solches System letztlich nur die Preise der Hardware einkalkuliert werden. Übliche Kosten bei herkömmlichen Solaranlagen (wie zum Beispiel Arbeitskosten für Installation, Netzanschluss, Ingenieurdienstleistungen, Genehmigungen, Inspektion) fallen nicht an.
In vielen Teilen der USA sind solche Kleinstanlagen nicht erlaubt, allerdings sei es aufgrund eines Geflechts von lokalen Regeln und Bestimmungen schwierig herauszufinden, in welchen Gebieten welcher Stromversorger die Plug-and-Play-Variante zulässt. Man kann die Module zwar kaufen, sagt Joshua Pearce, Autor der Studie, aber man darf sie womöglich nicht benutzen - »das hängt immer vom jeweiligen Elektrizitätswerk ab«. Allerdings habe er aufgrund des gegenwärtig zu verzeichnenden technischen Fortschritts auch bei Sicherheitsanforderungen sowie im Vergleich zu anderen Staaten den Eindruck, als könnten die Regulierungsbehörden die Nutzung von Steckermodulen in der Zukunft genehmigen. »Ein solcher Schritt verändert den Photovoltaikmarkt radikal.«
Fazit: Plug-and-Play-Solarstromsysteme rechnen sich in den USA bereits jetzt. Im Falle einer flächendeckenden Legalisierung ließen sich auf diese Weise 100.000 Megawattstunden zusätzlich pro Jahr mittels Photovoltaik generieren – mehr als im ganzen Jahr 2015 insgesamt mittels Solarstrom in den USA erzeugt wurde.
In einem bereits früher veröffentlichten Papier haben die Autoren untersucht, welche Regulierungen und Anforderungen es in den USA hinsichtlich der bei Steckermodulen eingesetzten Mikroinverter gibt. Dabei hätten sie keine technischen oder sicherheitsrelevante Gründe gefunden, welche die Verwendung von Plug-and-Play-Modulen verhindern würden.
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