ISE-Projekt kombiniert Aquakultur und Photovoltaik in Vietnam
Beitragsdatum: 01.09.2019 - 09:44
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE will gemeinsam mit Partnern in Vietnam im Rahmen eines »SHRIMPS« (Solar-Aquaculture Habitats as Resource-Efficient and Integrated Multilayer Production Systems) genannten Projekts im Mekong-Delta und am Oberlauf des Mekongs Pilotanlagen installieren, um die gemeinsame Nutzung von Aquakulturen und Photovoltaik zu erproben. Für das vietnamesische Mekong-Delta hatte das Fraunhofer ISE bereits 2018 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in einer Vormachbarkeitsstudie das Potenzial zur Kombination von Shrimp-Kulturen mit Photovoltaik untersucht. Auf einer Shrimp-Farm des vietnamesischen Marktführers Viet Uc Seafood wird nun die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer dualen Landnutzung zur solaren Stromerzeugung und Teichwirtschaft erprobt.
Aquakulturanlagen in Südostasien werden aus Hygienegründen zunehmend mit geschlossenen Gewächshäusern überbaut, um das Einschleppen von Krankheiten durch Vögel oder andere Wassertiere zu verhindern. Diese Überdachungen erlauben eine Integration von Solarmodulen.
Durch die Zucht der Shrimps in geschlossenen Systemen an Land können durch die effizientere Landnutzung die bestehenden Mangrovenwälder geschützt und der Wasserverbrauch deutlich reduziert werden. Zudem reduzieren die abgeschlossene Umgebung und das Biofloc-Verfahren, bei dem sich die Shrimps in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf auch von den Mikroorganismen im Teich ernähren, den Einsatz von Antibiotika auf ein Minimum. Die in das Glashaus integrierten Solarmodule verbessern durch die Verschattung die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, bieten Schutz vor Fressfeinden und sorgen für eine stabile und niedrigere Wassertemperatur, die das Wachstum der Shrimps begünstigt. Den ersten Analysen zufolge kann die ein Megawatt große Pilotanlage in Bac Lieu voraussichtlich etwa 15.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich einsparen und den Wasserverbrauch im Vergleich zu einer konventionellen Shrimp-Farm um 75 Prozent senken.
Eine weitere Anlage mit 400 Kilowatt Leistung wird über einer Aquakulturanlage installiert, in der Welse der Art Pangasius gezüchtet werden. Die Solarmodule werden über der Wasserfläche aufgeständert und verringern so den Wasserverbrauch durch Verdunstung, aber auch die Verluste durch fischfressende Vögel. Der produzierte Solarstrom wird von der Pangasiusfarm selbst genutzt, was Nutzung des existierenden Dieselgenerators entscheidend vermindert.
In dem auf drei Jahre angelegten Projekt werden zunächst Simulationen an kleinen Systemen durchgeführt, bevor die beiden großen Anlagen gebaut werden. Im dritten Schritt findet dann wieder ein Downscaling statt.
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