ISE entwickelt Klebeverfahren für »Schindeltechnologie«

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat ein Klebeverfahren zur Verschaltung von Silizium-Solarzellen für die industrielle Produktion von Schindelmodulen entwickelt. »Die hohe Effizienz von Modulen mit Schindelzellen und ihr ästhetisches Erscheinungsbild lassen die Nachfrage auf dem Markt aktuell stark ansteigen« stellen die Forscher fest. Schindelzellen ließen sich »aufgrund von mechanischen Spannungen nicht konventionell verlöten«. Erst durch die Klebetechnologie könnten robuste Schindelstrings hergestellt werden. Der Klebstoff könne die thermische Ausdehnung des Modulglases bei wechselnden Umgebungstemperaturen ausgleichen.
Durch das Schindeln würden Zell-Zwischenräume vermieden, so dass sich die Modulfläche maximal für die Energieerzeugung nutzen lasse und ein homogenes, ästhetisches Gesamtbild entstehe, so die Wissenschaftler. »Im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen ergibt sich die höhere Moduleffizienz zum einen durch die größere aktive Modulfläche, zum anderen entstehen keine Verschattungsverluste durch aufliegende Zellverbinder. Auch die Widerstandsverluste sind durch niedrigere Stromstärken in den Zellstreifen geringer.« Die hocheffizienten Module wiesen im Vergleich zu konventionellen Solarmodulen bei gleicher Zelleffizienz eine bis zwei Prozent höhere Moduleffizienz auf, was Leistungsmessungen des Kalibrierlabors am Fraunhofer ISE bestätigten.
»Ästhetik und die hohe Leistungsdichte werden die Schindeltechnologie vor allem in der Automobilbranche und der Gebäudeintegration vorantreiben«, erklärt Achim Kraft, Teamleiter Verbindungstechnologie am Fraunhofer ISE. Europäische Modulhersteller fragten »vermehrt nach anwendungsspezifischen Entwicklungen und Technologiebewertungen für geschindelte Solarzellen«.
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