IEA prognostiziert den PV-Zubau 2021 auf 160 GW

Im Jahr 2021 werden fast 290 Gigawatt (GW) an neuer Erneuerbare-Energien-Leistung in Betrieb genommen. Davon entfallen 160 GW allein auf Photovoltaik. Dies prognostiziert die International Energy Agency (IEA) in ihrer jetzt veröffentlichten Analyse »Renewables 2021«.
Mehr als 60 Prozent des weltweiten PV-Zubaus entfallen demnach auf Solarprojekte im industriellen Maßstab. In der überwiegenden Mehrheit der Länder ist Photovoltaik die kostengünstigste Option für den Aufbau neuer Stromkapazitäten, insbesondere angesichts steigender Erdgas- und Kohlepreise.
Seit Anfang 2020 haben sich die Preise für Polysilizium in PV-Qualität mehr als vervierfacht, Stahl ist um 50 Prozent, Aluminium um 80 Prozent und Kupfer um 60 Prozent teurer geworden, und die Frachtkosten haben sich versechsfacht. Die IEA schätzt, dass die Investitionskosten für Solar- und Onshore-Windkraftanlagen im Vergleich zu den Rohstoffpreisen im Jahr 2019 um 25 Prozent höher liegen. Darüber hinaus haben restriktive Handelsmaßnahmen zu zusätzlichen Preiserhöhungen für Solarmodule und Windturbinen in wichtigen Märkten wie den Vereinigten Staaten, Indien und der Europäischen Union geführt.
»Es besteht die Gefahr, dass die Installation von rund 100 GW an bereits vertraglich vereinbarter Leistung durch den Preisschock bei den Rohstoffen verzögert wird«, so der Report. Hersteller, Installateure und Entwickler absorbieren die Kostensteigerungen auf unterschiedliche Weise, wobei kleinere Unternehmen aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Mittel stärker betroffen sind.
Höhere Preise für Photovoltaik- und Windkraftanlagen stellen eine besondere Herausforderung für Projektentwickler dar, die bei wettbewerbsorientierten Auktionen den Zuschlag erhielten, weil sie mit einer kontinuierlichen Senkung der Anlagenpreise gerechnet hatten. Wenn die Rohstoffpreise bis 2022 auf hohem Niveau blieben, würden drei Jahre der Kostensenkungen für Solaranlagen und fünf Jahre für Windkraftanlagen zunichte gemacht. Die gestiegenen Kosten würden zusätzliche Investitionen in Höhe von über 100 Milliarden Dollar erfordern, um die gleiche Menge zu installieren. Dies entspricht einer Erhöhung der heutigen jährlichen weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien um etwa ein Drittel.
Weltweit wird ein Anstieg der Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien zwischen 2020 und 2026 auf mehr als 4.800 GW prognostiziert. Dies entspricht der derzeitigen weltweiten Stromerzeugungskapazität aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie zusammen.
Insgesamt bleibt China in den nächsten fünf Jahren mit 43 Prozent des weltweiten Zubaus bei den erneuerbaren Energien führend, gefolgt von Europa, den Vereinigten Staaten und Indien. Allein auf diese vier Märkte entfallen 80 Prozent des Ausbaus weltweit.
Langfristige Verträge spielen eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung von Wind- und PV-Projekten auf der ganzen Welt. Bei staatlichen Auktionen werden in der Regel Stromabnahmeverträge (PPA) mit einer Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen, die fast die Hälfte aller zwischen 2017 und 2021 vergebenen Verträge ausmachen. In Indien beträgt die Standardvertragslaufzeit 25 Jahre, da längere Vertragslaufzeiten den Entwicklern dabei helfen, finanzielle Risiken auszugleichen. Zwischen 2019 und 2021 nahm das Volumen der Verträge mit einer Laufzeit von weniger als 20 Jahren in Europa zu, was vor allem auf die Offshore-Verträge in Großbritannien zurückzuführen ist, die eine Laufzeit von 15 Jahren haben. Kürzere Verträge indes ermutigen die Entwickler, sich früher auf die Marktpreise einzustellen, so die Organisation.
Die IEA-Studie »Renewables 2021 Renewable. Analysis and forecasts to 2026« gibt es kostenlos als PDF (175 Seiten).
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