EU strebt 32 Prozent Erneuerbare bis 2030 an

In »Trialog«-Verhandlungen zwischen dem Europäischen Rat, dem Parlament und der Kommission ist am Donnerstag das Ziel von 32 Prozent Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch bis 2030 vereinbart worden. Die Einigung beinhaltet unter anderem auch eine Prüfung und mögliche weitere Anhebung im Jahr 2023. Zudem will die EU bis 2030 den Import von Palmöl aus Südostasien beenden. Auch verschiedene Erleichterungen für kleine Erneuerbare-Energien-Anlagen wurden vereinbart, insbesondere der Wegfall von Entgelten auf den Eigenverbrauch von Strom aus erneuerbaren Quellen. Dies gilt vor allem für die Anwendung von Photovoltaikanlagen als bedeutsame Entscheidung.
Bislang galt für den Erneuerbaren-Anteil am EU-weiten Energieverbrauch eine Vorgabe von 27 Prozent, aktuell beträgt der Anteil rund 17 Prozent. Das Europäische Parlament hatte sich für eine Anhebung auf 35 Prozent ausgesprochen, während insbesondere der deutsche Wirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier für 30 Prozent plädiert hatte; eine höhere Vorgabe sei unrealistisch. Bei einem Treffen der EU-Energieminister am Montag hatten sich aber mehrere Mitgliedsstaaten für ein höheres Ziel ausgesprochen.
Damit gilt ein weiterer Bestandteil des Richtlinienpakets »Saubere Energie für alle Europäer« als beschlossen. Laut Mitteilung der Kommission soll »in den kommenden Monaten« die endgültige Zustimmung durch Parlament und Rat erfolgen. Danach kann die Direktive in Kraft treten und muss dann innerhalb von 18 Monaten von den Mitgliedsländern in nationales Recht umgesetzt werden.
Während der Generaldirektor der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), Adnan Z. Amin, den Beschluss als Konsolidierung von »Europas Position an der Spitze der weltweiten Energiewende« begrüßte, zeigten sich Umwelt- und Klimaschützer enttäuscht. So erklärte das Brüssele »Climate Action Network«, zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sei »viel mehr Ehrgeiz« erforderlich.
© PHOTON

Verwandte Nachrichten