ESMC: Für 20 Milliarden Euro ließe sich wieder eine europäische PV-Industrie aufbauen

Europa sollte günstige Bedingungen für die Solarindustrie schaffen, um von der Wertschöpfung dieser Branche zu profitieren, sagt der European Solar Manufacturing Council (ESMC). Dadurch könne »Europa wieder die Kontrolle über seine Energiewende übernehmen«.
In einem Positionspapier heißt es, 75 Prozent der hier installierten Solartechnik sollten in Europa hergestellt sowie zwei Drittel der Produktion exportiert werden. Dies würde den Aufbau einer Fertigungskapazitäten von etwa 60 Gigawatt bis 2026 erfordern. Das derzeitige Handelsdefizit liege bei 10,5 Milliarden Euro bei Photovoltaikzellen und -modulen. Durch den Wiederaufbau einer europäischen Solarindustrie ließe sich eine Wertschöpfung von 50 Milliarden Euro schaffen, überdies etwa 178.000 zusätzliche Arbeitsplätze.
Im Jahr 2019 produzierte Europa nur etwa elf Prozent des weltweit hergestellten Solarsiliziums, ein Prozent der Ingots und Wafer, nur 0,4 Prozent der Zellen und vier Prozent der Module. Demgegenüber mache Europa derzeit etwa 15 Prozent des globalen Installationsmarktes aus. Die europäische Produktion decke somit nur einen Bruchteil der Nachfrage des Kontinents, während die Hersteller gleichzeitig hohe Standards in Bezug auf Klimabilanz und Qualität sicherstellten, sagt ESMC-Generalsekretär Johan Lindahl. »Die Kombination aus den Zielen des europäischen Green Deals und des europäischen Post-Covid-19-Plans zur Konjunkturbelebung schafft einzigartige Möglichkeiten, die PV-Wertschöpfungsketten und -Industrien zu stärken und wiederherzustellen.« Mit Finanzmitteln in Höhe von 20 Milliarden Euro ließe sich »ein echter Durchbruch« für die europäische Photovoltaikindustrie erzielen.
Im Rahmen des europäischen Wiederaufbauplans (European Recovery and Resilience Facility, RRF) stehen 672,5 Milliarden Euro an Darlehen und Zuschüssen zur Unterstützung von Reformen und Investitionen der Mitgliedstaaten zur Verfügung. Das Programm trat am 19. Februar 2021 in Kraft.
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