EEG-Umlagekonto zum Jahresende bei minus 4,37 Milliarden Euro

Das von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern geführte EEG-Umlagekonto wies zum Jahresende 2020 einen Stand von minus 4,37 Milliarden Euro auf – rund 55 Millionen mehr als Ende November, aber 6,38 Milliarden Euro weniger als zum Jahresende 2019, als auf dem Konto noch ein Guthaben von 2,01 Milliarden Euro bestand. Die enorme Differenz ist dadurch begründet, dass im Laufe des Jahres rund 30,89 Milliarden Euro vom Konto abflossen (davon 30,17 Milliarden Euro als Zahlungen an die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen), während nur 24,51 Milliarden Euro auf der Einnahmen-Seite verbucht wurden.
Diese negative Bilanz liegt zu einem kleinen Teil an den im letzten Jahr überdurchschnittlich hohen Stromerträgen von Wind- und Solarkraftwerken, hauptsächlich aber an nicht erst während der Corona-Krise, sondern bereits seit 2019 dramatisch gesunkenen Preisen an den Strombörsen. Die auf dem Umlagenkonto verbuchten Einnahmen aus der Vermarktung von EEG-Strom an den Börsen sanken von 1,46 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf nur noch 1,05 Milliarden Euro. Vor allem aber bedeuten geringere Börsenstrompreise auch niedrigere Erlöse aus der für alle größeren Anlagen (ab 100 Kilowatt) obligatorischen Direktvermarktung, was wiederum zu höheren Ausgleichszahlungen in diesem Segment führt. Deshalb sind, obwohl die Vergütungssätze für neu ans Netz gehende Anlagen (außer bei Biomasse und Offshore-Windkraft) seit Jahren stetig und in hohem Tempo sinken, die Zahlungen an die Anlagenbetreiber von 2019 auf 2020 um 11,9 Prozent (von 26,97 auf 30,17 Milliarden Euro) gestiegen – deutlich schneller als die Menge des zu vergütenden Stroms, die im gleichen Zeitraum nach bisher vorliegenden Zahlen nur um ungefähr 4,2 Prozent zunahm.
Auch 2019 hatte das Konto mit minus 2,52 Milliarden Euro ein drastisch defizitäres Einnahmen-/Ausgabenverhältnis, was allerdings noch nicht zu einem negativen Saldo führte, sondern nur zu einem entsprechend geringeren Guthaben: Seit 2014 hatten sich auf dem Konto beständig enorme Guthaben befunden, die ihren Höchststand mit rund sechs Milliarden Euro im März 2019 erreichten. Wegen der beschriebenen Effekte durch fallende Börsenstrompreise war dieses Guthaben dann aber in hohem Tempo abgeschmolzen. Die Corona-Krise hat diese Entwicklung weiter beschleunigt und verschärft.
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