China könnte die Solarstromproduktion durch Reduzierung der Luftverschmutzung deutlich steigern

Shenzhen, China

Chinas könnte durch die Reduzierung der chronischen Luftverschmutzung seine Solarstromproduktion um bis zu 13 Prozent steigern. Klimaforscher aus der Schweiz, den Niederlanden und China haben die Daten von 119 Messstationen in ganz China ausgewertet und veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Zeitschrift »Nature Energy«. Demnach beeinflussen »Aerosolemissionen und Veränderungen der Wolkendecke« die Sonneneinstrahlung in dem Land und verringern somit den Solarertrag, der zwischen 1960 und 2015 durchschnittlich um 11 bis 15 Prozent gesunken ist. Strenge Maßnahmen zur Luftreinhaltung, kombiniert mit einem reduzierten Verbrauch an fossilen Brennstoffen könnte die Solarstromproduktion steigern. Legte man die Strahlungswerte der 1960er Jahre in China zugrunde, hätte dies 2016 zu einem solaren Mehrertrag von 14 Terawattstunden (TWh) geführt. In den 2030er Jahren wären es bereits 51 bis 74 TWh. Der wirtschaftliche Nutzen hätte dann 2016 bei 1,9 Milliarden Dollar gelegen, und summiere sich 2030 auf 4,6 bis 6,7 Milliarden Dollar.
China hatte 2017 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 130 Gigawatt installiert, Ende 2018 waren es 170 Gigawatt (rund neun Prozent der gesamten Erzeugungskapazität). Bis 2030 sollen mindestens 400 Gigawatt erreicht werden, um zehn Prozent des Energiebedarfs mittels Photovoltaik zu decken. Die Zeitschrift erhielt den Artikel im September 2018 und veröffentlichte ihn im Juli 2019.
Bereits im Dezember 2019 zeigten Modellrechnungen von Forschern an der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich), dass China im Jahr 2040 mit den heutigen und bis dahin neu gebauten Photovoltaikanlagen 85 bis 158 Terawattstunden pro Jahr zusätzlichen Solarstrom bereitstellen könnte, sofern es gelänge die Emissionen aus fossiler Energieerzeugung, Verkehr, Industrie und Haushalten vollständig zu eliminieren. Die Mehrproduktion wäre um mindestens ein Drittel größer als der heutige Strombedarf der Schweiz und brächte der chinesischen Wirtschaft bis zu 10,1 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro) aus der Solarstromerzeugung zusätzlich ein. »Dem Modell zufolge würde sich die Sonneneinstrahlung aufgrund strenger Luftreinhaltemaßnahmen im landesweiten Durchschnitt um elf Prozent verstärken. Dadurch würden die Solarzellen ein Zehntel mehr Elektrizität erzeugen.«
Allerdings sei das Steigerungspotenzial nicht in allen Landesteilen gleich hoch, hieß es seinerzeit. So würde die Einstrahlung in Peking nur um acht Prozent steigen, in den zentralchinesischen Provinzen wie Chongqing jedoch um 26 Prozent.
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