BNetzA erteilte bei der Ausschreibung von Wind- und Solaranlagen nur Zuschläge für Photovoltaik

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Ergebnisse der ersten gemeinsamen Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen veröffentlicht. Insgesamt waren 54 Gebote eingegangen, davon 18 für Windenergieanlagen und 36 für Solaranlagen. Die Behörde hat jedoch grünes Licht ausschließlich für den Bau von Solaranlagen gegeben: Es wurden 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 Megawatt erteilt. Drei Gebote wurden aus formalen Gründen ausgeschlossen.
Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 4,67 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). In der letzten reinen Solarausschreibung lag dieser bei 4,33 ct/kWh. Der niedrigste Zuschlagswert liegt bei 3,96 ct/kWh; der höchste Zuschlagswert beträgt 5,76 ct/kWh. Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, bezogen sich fünf in einem Umfang von 31 Megawatt auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten in Bayern und drei mit einem Umfang von 17 MW in Baden-Württemberg.
In dem Ausschreibungsverfahren wurden die sogenannten Verteilernetzausbaugebiete als Instrument eingeführt. Gebote in solchen Gebieten, in denen schon viele Erneuerbare-Energien-Anlagen bestehen, wurden mit einem Gebotsaufschlag belegt und damit ihre Zuschlagschancen reduziert. Damit soll ein erhöhter Verteilernetzausbaubedarf in diesen Gebieten berücksichtigt werden. Diese Sonderregelung habe indes »keine erheblichen Auswirkungen auf die erfolgreichen Projekte« gehabt. Die meisten Zuschläge befinden sich in den Verteilernetzausbaugebieten. Ohne diese Modifizierung hätte jedoch zumindest ein Gebot für Windenergieanlagen bezuschlagt werden können.
Die bei der Bundesnetzagentur eingegangenen Gebote hatten ein Volumen von 395 Megawatt. Damit war das Ausschreibungsvolumen von 200 Megawatt doppelt überzeichnet. Der mengengewichtete Gebotswert betrug für Solaranlagen 4,82 ct/kWh und für Windenergieanlagen an Land 7,23 ct/kWh.
»Im Wettstreit setzt sich eben die Technologie durch, die zu den geringsten Kosten anbieten kann«, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) und der Bundesverband Windenergie e.V. (BWE) kritisierten wie schon im Vorfeld die Ausschreibung. Beide haben sich dagegen ausgesprochen, die Technologien weiterhin in einen »nicht zielgerichteten Kostenwettstreit« zu verwickeln. Eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende erfordere einen Ausbau der Wind- und Solarkapazitäten auf Augenhöhe. Gemeinsame Ausschreibungen seien dafür ungeeignet. Der Präsident der Bundesnetzagentur erklärte, für das Gelingen der Energiewende sei »ein Mix der verschiedenen Technologien erforderlich«.
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