Auch PwC warnt vor einer Abhängigkeit von China im Solarsektor

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) Deutschland warnt vor einer Abhängigkeit von China bei der Umsetzung der Energiewende. Damit sich Deutschland in Sachen Energie nicht in eine neue Abhängigkeit begibt, seien massive Investitionen in die deutsche Photovoltaikbranche nötig, so die Ergebnisse der von PwC durchgeführten Studie »The Solar Revolution - Germany’s major future electricity source and what’s in for local supply chains«.
Rund 75 Prozent aller Solarmodule würden derzeit in China gefertigt, in Europa dagegen nur ein Prozent. Der deutsche Beitrag rangiere im Promillebereich. »Wir lösen uns gerade unter großen politischen und ökonomischen Anstrengungen aus der Energieabhängigkeit von Russland«, warnt Heiko Stohlmeyer von PwC: »Wenn wir nicht in eine neue Abhängigkeit rutschen wollen, muss die Solarmodulproduktion in Europa massiv ausgebaut werden«.
Im Juli hatte bereits der geschäftsführende Vorstand des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) Frithjof Staiß gewarnt, die mit dem Ausbau der Photovoltaik verbundenen Investitionen »in einer Größenordnung von 150 Milliarden Euro« würden »aus heutiger Sicht zu einem großen Teil nach China fließen«. Die Abhängigkeit von chinesischen Herstellern stelle »ein erhebliches Risiko« für die Realisierung der Ausbauziele dar.
Auch die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem aktuellen Bericht zur weltweiten Versorgung mit Solarmodulen und deren Vorprodukten – Zellen, Wafer und Polysilizium – die Dominanz Chinas im Solarbereich thematisiert. Der »Special Report on Solar PV Global Supply Chains« kommt zu dem Schluss, das sich die globalen Klimaziele nur mit einer »diverseren« Versorgungskette erreichen lassen und dass die Konzentration der Produktionskapazitäten in China dem entgegen steht.
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